Covid-19

Vertrauen und Sicherheit für hohe Impfquoten

Nahaufnahme eines Oberarms und einer Hand, die eine Spritze ansetzt

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Unser Land muss sich gut vorbereiten, damit die Menschen zügig und sicher geimpft werden können. Für Vertrauen und Akzeptanz ist auch eine gute Kommunikation nötig. Im Video: Kordula Schulz-Asche MdB und Dr. Janosch Dahmen MdB. Bild: Katja Fuhlert / Pixabay Katja Fuhlert / Pixabay
06.01.2021
  • Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen Covid-19 geimpft. Doch der Impfstart verlief holprig und wurde begleitet von gegenseitigen Schuldzuweisungen der Koalitionsfraktionen.
  • Wir wollen, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen, um größtmöglichen Schutz für alle zu erreichen.
  • Nötig sind dafür insbesondere ausreichende Produktionskapazitäten sowie eine gute Kommunikation, um Unsicherheit und Verschwörungstheorien begegnen zu können.

Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen Covid-19 geimpft. Eine gute Vorbereitung und Steuerung der Impfung ist wichtig, weil noch nie so viele Menschen in so kurzer Zeit einen Impfstoff erhalten sollen. Doch der Impfstart verlief holprig. Doch vollkommen klar ist, dass die Impfungen koordiniert, zügig und konsequent ablaufen müssen. Das war offenkundig nicht überall der Fall. Aber die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Großen Koalition sind reines Wahlkampfgetöse und keine an der Lösung von Problemen orientierte Politik.

Produktionskapazitäten erhöhen

Die Produktionskapazitäten müssen schnellstmöglich erhöht werden. Die Bundesregierung hätte hier schon längst koordinierend eingreifen müssen. Nötig für die Impfkoordination ist eine Task Force mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Produktion und Ministerien. Diese muss sich zügig darum kümmern, dass Probleme und Engpässe bei Rohstoffen, beim Transport oder beim Personal schnell behoben werden.

Gute Kommunikation schafft Vertrauen

Erforderlich ist eine Informations- und Aufklärungskampagne. Irreführende Meldungen über das Impfen und den Impfstoff werden nicht erst seit gestern verbreitet. Hier hätten Spahn und sein Ministerium schon längst handeln müssen. Wenn sich in manchen Pflegeheimen bis zu 50 Prozent des Personals nicht impfen lassen möchte, ist das Anlass zur Sorge. Die Impfquote muss möglichst hoch sein, damit eine ausreichend große Immunität in der Bevölkerung erreicht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine gute Impfkommunikation auch durch die Bundesregierung nötig. Die Menschen müssen darauf vertrauen können, dass der Impfstoff sicher ist. Informationen müssen verständlich, faktenbasiert und sachlich sein, um Unsicherheiten zu begegnen und Vertrauen in die Impfung zu sichern.

Gesetzliche Grundlage für Priorisierung nötig

Zunächst werden nur wenige Impfdosen verfügbar sein. Daher ist es nötig festzulegen, wer zuerst geimpft soll (Priorisierung). Die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) hat hierzu Empfehlungen veröffentlicht. Sie schlägt vor, zunächst Menschen zu impfen, die ein besonderes Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Verlauf bei Covid-19 haben. Das betrifft etwa Menschen über 80 Jahren oder Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Auch Gesundheitspersonal, das ein besonders hohes Infektionsrisiko hat oder sehr engen Kontakt zu besonders vulnerablen Menschen, soll zuerst geimpft werden.

Aus unserer Sicht ist für die Durchsetzung dieser Prioritäten eine gesetzliche Grundlage notwendig, da es sich um einen Grundrechtseingriff handelt. Doch die Bundesregierung und insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn weigern sich bislang, diese Grundlage auf den Weg zu bringen und schieben die Verantwortung auf die Länder ab.

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Bundestagsrede

Kordula Schulz-Asche MdB: Impfung gegen das Corona-Virus (17.12.2020)

Internationale Solidarität ist nötig

Auch bei den Impfstoffen ist internationale Solidarität und Zusammenarbeit zwingend. Es darf nicht dazu kommen, dass sich reiche Industrieländer Impfstoffe sichern und arme Länder weitgehend leer ausgehen oder erst sehr viel später Zugang zu den Impfstoffen bekommen. Die Pandemie ist erst dann wirklich zu Ende, wenn möglichst alle Menschen weltweit geschützt sind.