Demografiekonferenz Gemeinsam für Morgen

GEMEINSAM FÜR MORGEN– Demografie-Konferenz am 10.02.2017

Seite 12: Weltcafé 11 Selbstbestimmt wohnen im Alter

Wohnen ist ein zentraler Aspekt des guten Lebens im Alter und eine große Herausforderung. Schon jetzt gibt es in Deutschland etwa zwei Millionen barrierearme Wohnungen zu wenig. Doch die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben. Doris Wagner MdB, Sprecherin für Demografiepolitik, betonte als Gastgeberin des Thementisches, wie wichtig es ist, sich schon in der Lebensmitte Gedanken darüber zu machen, wie altersgerechtes Wohnen gelingen kann. Was muss ich tun, damit ich in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus bleiben kann? Was heißt eigentlich altersgerecht wohnen?

Ein wesentlicher erster Schritt ist die Beratung. Monika Schneider, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnanpassung hat von ihrer Arbeit in der Beratung zu Anpassungs- und Veränderungsmöglichkeiten in der häuslichen Umgebung berichtet. Eines hat Frau Schneider sofort klar gemacht: Es geht im Zusammenhang mit altersgerechtem Wohnen nicht um Barrierefreiheit, sondern um Barrierearmut. Das Hauptfortbewegungsmittel im Alter ist der Rollator, nicht der Rollstuhl. Häufige Maßnahmen sind die Verbreiterung von Türen, Abbau von Schwellen, ebenerdige Duschen und Aufzüge.

Viele Fragen gab es zu den Finanzierungsmöglichkeiten. Es gibt verschiedene Programme und die WohnberaterInnen helfen allen Klienten die geeignete Finanzierungsunterstützung zu finden. Einen Kredit bekommt ein alter Mensch i.d.R. eher nicht. Jede/r Pflegebedürftige hat bspw. Anspruch auf 4000,- Euro aus der Pflegeversicherung zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Viele Pflegeberatungen wissen das nicht.

Viele Aspekte wurden diskutiert: beispielsweise dass 2-Sinne-Prinzip für Sicherheitseinrichtungen. D.h. in einem Notfall braucht man immer Signale, die zwei verschiedene Sinne ansprechen, falls jemand beispielsweise nicht (gut) hören oder sehen kann. Aber auch der möglicherweise erforderliche Rückbau, Demenz, ein fehlendes Register von barrierearmen Wohnungen, Angst vor Mieterhöhungen, Zugang zu Beratung, Umzug im Alter, alternative Wohnformen. Ein wesentliches Fazit der Diskussion: Es braucht dringend mehr Aufklärung und Beratung!

Poetry-Slammerin Svenja Gräfen über das Alter

Nach den einleitenden Reden, diskutierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in elf verschiedenen Weltcafés. Hier sind die Berichte dazu:

Mehr zum Thema Demografischer Wandel

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4402323