Demografischer Wandel

Gut leben im Alter

Älteres Paar in parkähnlicher Umgebung
50 ist das neue 40. Und wer heute 60 ist, ist längst nicht alt. Der Übergang in das Leben nach der Arbeit ist das Ende einer Lebensphase, vor allem aber auch ein Anfang für Neues. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen selbstbestimmt und gut versorgt alt werden können. pasja1000 / pixabay.com
28.01.2020
  • Wir leben in einer alternden Gesellschaft. Die Lebenserwartung ist stark ge-stiegen. Viele sind heutzutage bis ins hohe Alter aktiv und wollen sich ein-bringen.
  • Wir Grüne im Bundestag setzen uns ein für ein selbstbestimmtes Leben im Alter: aktiv, gesund, und gut abgesichert.
  • Mit unserem Konzept „Gut Leben im Alter“ legen wir Eckpunkte für eine zeitgemäße Altenpolitik vor. Das umfasst Maßnahmen bei der Rente, für eine gute Pflege- und Gesundheitsversorgung, für selbstbestimmte Mobilität und eine bessere Beratung vor Ort.

Die meisten der heute 75-Jährigen sind gesünder, leistungsfähiger und aktiver als noch vor 20 Jahren: Sie reisen im Camper um die Welt, posten im Familien-Whatsapp den Blick auf den Sonnenuntergang oder geben Deutschkurse für junge Flüchtlinge. Das Altern im 21. Jahrhundert wird vielfältiger und „bunter“.

Gleichzeitig treibt immer mehr Menschen die Sorge um, ob sie im Alter in die Armut abrutschen. Die Frage „Wie werde ich im Alter leben?“ blitzt auf und begleitet viele auch in weiteren Lebensphasen. Jüngere und Ältere eint die Sorge, wie sich ihr Leben gestaltet, wenn sie etwa pflegebedürftig werden. Der Wunsch, nicht auf sich allein gestellt, sondern eingebunden zu sein, eint viele.

Die Politik muss den Rahmen dafür schaffen, dass Frauen wie Männer selbstbestimmt auch im Alter gut leben – unabhängig vom Geldbeutel.

Altern – gut abgesichert

Wir wollen das Rentenniveau stabilisieren und sicherstellen, dass auch nicht ganz vollständige Erwerbsbiographien zu einer armutsfesten Rente führen. Von der Leistungsfähigkeit der Rentenversicherung sollen alle Bürgerinnen und Bürger profitieren, indem diese Schritt für Schritt zu einer Bürgerversicherung ausgebaut wird.

Mit einer steuerfinanzierten Garantierente wollen wir dafür sorgen, dass langjährig Versicherte in jedem Fall eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten. Das kommt vor allem Frauen zugute, die aufgrund von Kindererziehung und Pflege deutlich geringere Renten zu erwarten haben als Männer. Für alle anderen, die diese Versicherungszeiten nicht erfüllen oder für die, die Bedarfe oberhalb der Garantierente haben, brauchen wir auch weiterhin eine zuverlässige und verbesserte Grundsicherung im Alter.

Altern – bei möglichst guter Gesundheit

Die Nachbarschaft ist der Lebensraum, in dem sich der Alltag abspielt. Hier entscheidet sich, ob gute Bedingungen für ein gesundes und aktives Leben der Bewohnerinnen und Bewohner vorhanden sind und ob im Bedarfsfall Hilfe bereit steht. Deswegen wollen wir Kommunen mehr Möglichkeiten geben, um Angebote für Prävention und Pflege vor Ort zu planen, zu steuern und zu gestalten. Fall-ManagerInnen sollen Pflegebedürftigen bei Bedarf zur Seite stehen und sie passgenau beraten.

Altern – selbstbestimmt, mobil und sozial aktiv

Manche möchten ihre Arbeitszeit reduzieren und Schritt für Schritt aussteigen, manche lieber über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten. Wieder andere wollen einen klaren Schlussstrich ziehen und sobald wie möglich ganz aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Deswegen setzen wir Grüne im Bundestag uns ein für flexible und sichere Rentenübergänge.

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört die Möglichkeit, sich möglichst eigenständig bewegen zu können. Wir wollen deshalb den Abbau von Barrieren in Wohnungen und im Wohnumfeld stärker finanziell fördern und setzen uns ein für eine Mobilitätsgarantie, die allen Menschen ein regelmäßiges und verlässliches Nahverkehrsangebot bereitstellt.

Beratung und Angebote vor Ort besser vernetzen

  • Wo finde ich Infos über gemeinschaftliches Wohnen?
  • Wie kann ich mich in meinem Kiez engagieren?
  • Gibt es Weiterbildungsangebote für mich als Rentnerin?

Zwar gibt es für viele Fragen heute bereits Antworten oder Unterstützung. Aber: Die Menschen, die sie brauchen, wissen davon oft nichts. Darum wollen wir das Förderprogramm für „Lotsen-, Informations- und Vernetzungsstellen – LIVE“ initiieren. LIVE soll Bestehendes vernetzen und Neues anstoßen. Als Ansprechstelle für Fragen rund ums Alter sorgt sie für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe im Wohnviertel.