Erneuerbare Energien

20 Jahre EEG - heute wichtiger denn je

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16.07.2020
  • 20 Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Das sind 20 Jahre steigender Anteil an sauberer und erneuerbarer Energie, neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze und Chancen für die Wirtschaft und 20 Jahre Technologieentwicklung und Entwicklungshilfe.
  • Nach dem Erfolg des EEG unter Rot-Grün haben die schwarz-geführten Regierungen der letzten Jahre das EEG jedoch nur torpediert und sabotiert. Die Bedeutung der erneuerbaren Energien für Menschen, Klima und Wirtschaft hat auch die aktuelle Bundesregierung bisher nicht verstanden.
  • Das EEG muss jetzt für die Zukunft aufgestellt werden. Wir brauchen ambitionierte Ausbauziele für Sonne und Wind, um die Energiewende wieder in Schwung zu bringen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das Erfolgsrezept der Energiewende und hat alle Erwartungen übertroffen. Uns Grünen im Bundestag war dabei von Anfang an wichtig, durch das Gesetz den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Technologieentwicklung zu unterstützen und damit einen entscheidenden Motor für mehr Klimaschutz mit dem EEG zu schaffen.

EEG – Eine Erfolgsgeschichte

Das EEG ist eine Erfolgsgeschichte! Im Jahr 2000, dem Geburtsjahr des EEGs, hatten die erneuerbaren Energien gerade mal einen Anteil von fünf Prozent an der Stromproduktion. Skeptiker bezweifelten damals, dass die erneuerbaren Energien jemals einen entscheidenden Beitrag zur Stromgewinnung in Deutschland würden leisten können.

20 Jahre später gibt es nun Tage, an denen die Stromnachfrage bereits zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann! Innerhalb eines Jahres stammen im Durchschnitt fast 50 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien.

Erfolgsmodell EEG in Grafiken: Stromerzeugung, Arbeitsplätze, Exportschlager

Bereits im Jahr 2000 stützte sich das EEG auf drei Grundpfeiler, die es immer noch tragen: verpflichtende Abnahme von Ökostrom, ein Einspeisevorrang für erneuerbarer Energien sowie eine ausreichende Vergütung. Durch das Gesetz wurde Neuland geschaffen. Die ursprünglichen Erwartungen wurden weit übertroffen: Im Jahr 2000 wurde noch eine Verdopplung des Ökostromanteils bis 2010 als Ziel festgeschrieben, bereits 2004 konnte das Ziel auf 20 Prozent Anteil bis 2020 erhöht werden. Auch hier wurden die Vorgaben schnell übertroffen, bereits 2012 war es soweit.

Heute beträgt der Anteil der Erneuerbaren im Strombereich fast 50 Prozent

Aber nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien wurde durch das EEG beschleunigt, auch die Technologieentwicklung wurde vorangetrieben. Strom aus Windenergieanlagen ist heute günstiger als Strom aus Kohlemeilern oder Atomkraftwerken.

Davon profitieren nicht nur wir, sondern auch andere Länder, gerade im Globalen Süden. Mehr als 110 Länder und Regionen haben inzwischen in der einen oder anderen Form ein EEG eingeführt. Menschen weltweit profitieren von den Entwicklungen bei Solar- und Biomasseanlagen, von günstigem Strom aus modernen Windanlagen oder Solaranlagen auf ihrem Dach.

Im Jahr 2017 gab es weltweit in 113 Staaten und Regionen Einspeise- und Vergütungsregelungen (Feed-in-Tariffs), die den Grundprinzipien des EEG in Deutschland ähneln. 

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e. V.

Heute: Erneuerbare Energien werden gezielt vor die Wand gefahren

Besorgniserregend ist, dass diese Erfolge und erreichten Ziele in den nächsten Jahren wieder verloren gehen könnten. Die ersten Anlagen werden im nächsten Jahr ihre Vergütung verlieren. Ohne Perspektive werden sie aufhören, Strom in das Stromnetz einzuspeichern. Weder für diese Anlagen noch für neue Projekte schafft die aktuelle Regierung jedoch Perspektiven oder Planungssicherheit.

Die Abschaffung des Solardeckels war eine Selbstverständlichkeit für die die Bundesregierung viel zu lange gebraucht hat statt der Branche zügig zu helfen. Und mit den neuen Mindestabständen bei Windenergieanlagen schafft die Bundesregierung leider neue Hemmnisse statt den Ausbau voranzubringen. Auch den Einbruch des Ausbaus von Offshore-Windenergie hat die aktuelle Bundesregierung in Kauf genommen. Statt rechtzeitig für weiteren Ausbau zu sorgen, gefährdet die Bundesregierung eine ganze Branche und Tausende von Arbeitsplätzen. Mit ihren taktischen Spielchen beweisen Union und SPD einmal mehr, dass sie nicht verstanden haben, welche Bedeutung das EEG und die Energiewende nicht nur für das Klima sondern auch für die Wirtschaft und Arbeitsplätze in diesem Land inzwischen haben.

Dabei hat das EEG viel erreicht:

  • Klimaschutz und Schutz der Gesundheit durch sinkende Schadstoffemissionen
  • Arbeitsplätze und Wirtschaft gestärkt
  • Investitionen angereizt
  • Stromkosten gesenkt
  • BürgerInnen die Teilnahme an einem gesellschaftlichen Großprojekt ermöglicht
  • weltweit als Vorbild für ähnliche Gesetze in mehr als 110 Staaten und Regionen als Vorlage gedient 

Es muss noch mehr gehen

Um möglichst bald 100 Prozent erneuerbare Energien zu erreichen, muss die Politik wieder Verantwortung übernehmen und die Energiewende zielgerichtet nach vorne aufstellen.

Dafür müssen das EEG weiterentwickelt und die ersten Maßnahmen schnellstmöglich angegangen werden:

  • Der Offshore- und Onshore-Windausbau muss unterstützt werden
  • Mieterstromprojekte müssen ermöglicht werden
  • die Installation von Solaranlagen auf Dächern durch das Handwerk muss wieder angekurbelt werden

So können Arbeitsplätze erhalten und endlich neue geschaffen werden. Allein das müsste als Begründung reichen in dieser Zeit, in der unsere Wirtschaft auf Grund der Corona-Pandemie unter erheblichem Druck steht.

Um die Energiewende wieder in Schwung zu bringen brauchen wir jetzt ambitionierte Ausbauziele für Sonne und Wind, die mit Maßnahmen hinterlegt sind, um das verlorene Vertrauen in die Planungssicherheit wieder herzustellen.

Dies gilt für Krisenzeiten mehr denn je. Nur mit mehr erneuerbaren Energien wird es Deutschland gelingen, das Pariser Klimaziel zu erreichen und zugleich eine zukunftsfähige und krisenresiliente Energiewirtschaft zu erhalten. Dafür stehen wir Grüne im Bundestag, denn die Zukunft ist weiterhin erneuerbar.