Erneuerbare Gase

Grüner Wasserstoff durch mehr erneuerbare Energie

Ein Mitarbeiter steht am 24.11.2017 in Hamburg auf dem Gelände der H&R Ölwerke Schindler während eines Presstermins an einer neuen Elektrolyse-Anlage zur Produktion von Wasserstoff.
Wasserstoff muss aus erneuerbaren Energien produziert werden. So trägt er dazu bei, Treibhausgase einzusparen und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Foto: Hamburg / neue Elektrolyse-Anlage zur Produktion von Wasserstoff. dpa
22.04.2021
  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss erhöht werden, denn nur erneuerbare Gase inklusive grünem Wasserstoff leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Mit grünem Wasserstoff können Emissionen nicht nur im Strombereich, sondern vor allem auch in der Industrie und im Verkehr gesenkt werden
  • Die Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung ist erst dann glaubwürdig, wenn erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden. Davon ist bei dieser Regierung nach wie vor nichts zu sehen.

Eine Neuausrichtung unseres Energiesystems ist dringend notwendig. Das bedeutet aber nicht nur den Umbau des heutigen Stromsystems. Auch die Sektoren Verkehr, Wärme, Landwirtschaft und Industrie dürfen spätestens zur Mitte des Jahrhunderts keine klimaschädlichen Emissionen mehr produzieren. Wir Grüne im Bundestag wollen die einzelnen Sektoren intelligent verknüpfen. Dafür brauchen wir auch die erneuerbaren Gase, grüner Wasserstoff spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wasserstoff muss aus Erneuerbaren produziert werden

Mit unserer grünen Wasserstoffstrategie wollen wir die politischen Rahmenbedingungen für den Aufbruch in die nächste Phase der Energiewende ermöglichen und anschieben. Der Ausbau von erneuerbaren Energien muss dafür dringend angekurbelt werden – dies hat die Bundesregierung jedoch bisher versäumt.

Erzeuger müssen außerdem durch Preissignale ermutigt werden, Wasserstoff „netzdienlich“ zu produzieren. Darüber hinaus müssen auch Abgaben und Umlagen reformiert werden, damit wir die richtigen Anreize für die Produktion von grünem Wasserstoff schaffen und er dort produziert wird, wo viel erneuerbare Energie zur Verfügung steht.

Um Technologieentwicklung zu fördern, schlagen wir klar abgegrenzte Experimentierräume vor, in denen Strombezugskosten gesenkt werden und dadurch Innovationslust und Unternehmergeist geweckt werden. Auch Importmöglichkeiten von erneuerbarem Wasserstoff müssen wir schaffen, etwa durch Kooperationen mit wind- und sonnenreichen Partnerländern unter der strikten Einhaltung von Menschenrechten und Klimafreundlichkeit.

Unsere Energieinfrastruktur muss grundsätzlich klimaneutral werden. Neue Gaskraftwerke oder Infrastrukturen, darf es nur geben, wenn sie Wasserstoff-ready geplant und gebaut werden.

Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung verfehlt Klimaschutz

Die Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung wird erst dann glaubwürdig, wenn gleichzeitig erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden. Davon ist bei dieser Regierung nach wie vor nichts zu sehen. Stattdessen droht die Wasserstoff-Strategie der GroKo zum Einfallstor für Kohlestrom zu werden.

Außerdem zielt die Strategie der Bundesregierung darauf ab, fossile Energieträger durch Wasserstoff zu ersetzen. Doch ohne eine gleichzeige Steigerung von Energie- und Ressourceneffizienz, den Ausbau der Kreislaufwirtschaft und die Einführung alternativer Verfahren und Produkte kann die Dekarbonisierung nicht gelingen. Es gilt daher, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe dort zum Einsatz zu bringen, wo sie wirklich gebraucht werden, etwa in der Industrie oder beim Flugverkehr.

Gasversorgung muss effizient und grün werden

Der Übergang von der fossilen Gasnutzung auf grüne, erneuerbare Gase muss zügig angegangen werden, denn gasförmige Energieträger sind und werden Teil unserer Energieversorgung bleiben. Damit das benötigte Gas so schnell wie möglich vollständig aus grünen Quellen kommt, muss die Regierung endlich Energiesparen und Energieeffizienz vorantreiben und den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv erhöhen.

Unsere Studie „Die neue Gaswelt“, die die Agentur für erneuerbare Energien in unserem Auftrag erstellt hat, zeigt, wie der künftige Gasbedarf in Deutschland aussieht und wie wir ihn klimagerecht decken können.