Grüne Gas-Studie

Die neue Gaswelt

Eine Studie im Auftrag der Grünen im Bundestag zeigt: Deutschland kann den Umstieg auf grüne Gase schaffen, wenn die Regierung jetzt Energiesparen und Effizienz vorantreibt und den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigt. Im Bild: Kläranlage mit Biomethan-Tanks. HansPeter Schröer / Pixabay
20.01.2020
  • Der Übergang von der fossilen Gasnutzung auf grüne, erneuerbare Gase muss zügig angegangen werden.
  • Unsere Studie zeigt auf, wie die künftige grüne, klimaverträgliche Gaswelt aussehen kann.
  • Nötig sind vor allem eine effizientere Nutzung und ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien.

Wie sieht der künftige Gasbedarf in Deutschland aus und wie können wir ihn klimagerecht decken?

Zu dieser Frage hat die grüne Bundestagsfraktion eine Studie bei der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben. Die Auswertung wesentlicher Klimaschutzszenarien zeigt, dass der Umstieg auf grüne Gase zügig angegangen werden sollte. Dafür muss die Regierung jetzt Energiesparen und Effizienz vorantreiben und den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen. So kann die Gas-Wende gelingen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • Der Gasbedarf in Deutschland wird deutlich sinken. So reduziert sich der Primärenergieverbrauch von Gas bis 2030 bereits um 30 bis 40 Prozent, bis 2050 um 70 bis 80 Prozent.
  • Gebäude werden beim Heizen dank verbesserter Hülle und Technik künftig größtenteils ohne Gas auskommen. Stattdessen kommen Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse sowie Nah- und Fernwärme auf Basis von Abwärme und Erneuerbaren Energien zum Einsatz.
  • Auch in Zukunft wird Gas weiter gebraucht, zum Beispiel für Hochtemperaturprozesse in der Industrie, als Ausgleichsoption im Strombereich oder für mache Verkehrsträger. Aus Klimaschutzgründen darf dann allerdings kein fossiles Erdgas mehr zum Einsatz kommen, sondern grüner Wasserstoff oder synthetisches Methan – hergestellt aus Ökostrom.
  • Damit das benötigte Gas so schnell wie möglich vollständig aus grünen Quellen kommt, muss es sparsamer und effizienter genutzt werden. Gleichzeitig müssen die erneuerbaren Energien deutlich schneller ausgebaut werden, damit zusätzlich zum Strombedarf ausreichend synthetische Gase auf Basis von Ökostrom produziert werden können.

Wir Grüne wollen die Gas-Wende angehen, um Klimaschutz und Umweltschutz gerecht zu werden. Dafür muss der Gasverbrauch konsequent gesenkt werden. Die Bundesregierung muss deshalb den Themen Energieeffizienz und Energiesparen endlich die notwendige Priorität einräumt. Zum Beispiel muss die Regierung jetzt die Weichen für klimagerechte Gebäude stellen. Das kann sie erreichen, indem sie ein zeitgemäßes und klimagerechtes Gebäudeenergiegesetz auf den Weg bringt.

Gleichzeitig muss der Ausbau von Wind- und Solarenergie in Deutschland massiv beschleunigt werden. Denn wir brauchen genügend Ökostrom, um den Strombedarf sauber und klimafreundlich zu decken und darüber hinaus grünen Wasserstoff herzustellen. Die Regierung muss Bremsklötze wie pauschale Abstände für Windräder oder den Solardeckel aus dem Weg räumen.

Der Umbau unserer Gasversorgung bedeutet auch, dass Technologien und Infrastrukturen, die auf fossiles Erdgas ausgerichtet sind, nicht länger subventioniert werden. Öffentliche Gelder dürfen nur noch in Maßnahmen fließen, die uns auf dem Pfad des Pariser Klimaschutzabkommens entscheidend voranbringen. Ansonsten drohen Fehlinvestitionen, die uns am Ende teuer zu stehen kommen.