Energieeffizienz Altmaiers Stromsparinitiative floppt

Internetplattform der Stromsparinitiative
Internetplattform der Stromsparinitiative

Mit einer großen PR-Aktion hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier den Start der Stromsparinitiative eingeleitet. Knapp neun Monate später lassen die Erfolge der Kampagne sehr zu wünschen übrig. Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion ist ernüchternd:

Die Internetplattform der Stromsparinitiative zeigt konkrete Einsparpotenziale auf. So weit, so gut. Doch sie wurde im Laufe eines halben Jahres (Ende November bis Ende Mai 2013) von gerade einmal 77.000 Bürgerinnen und Bürgern aufgesucht. Der sogenannte "StromCheck" wurde in dieser Zeit nur 29.000-mal durchgeführt. Auch insgesamt sanken die Abrufzahlen drastisch: Gab es im November 2012 noch 26.775 Zugriffe, so waren es im Mai 2013 nur mehr 5.781. Vor-Ort-Beratungen wurden im Gesamtzeitraum lediglich 9.800-mal unverbindlich angefragt, am Ende (Mai) waren es noch klägliche 500 Anfragen. Wie viele dieser Anfragen zu konkreten Beratungen führten, ist derzeit unbekannt. Entsprechende Zahlen sollen im Rahmen einer Evaluation erst in der zweiten Jahreshälfte in Erfahrung gebracht werden.

Der Umweltminister hatte zum Auftakt der Kampagne 50 bis 100 Millionen Euro für das Jahr 2013 versprochen – bislang sind jedoch nur 600.000 Euro in den Internetauftritt der Stromsparinitiative geflossen. Damit beweist Altmaier wieder einmal, was er am besten kann: ankündigen. Dabei ist es höchste Zeit, Energiesparen und Energieeffizienz in den Mittelpunkt zu rücken. Denn Energieeinsparungen sind ein entscheidender Schlüssel für das Gelingen der Energiewende. Sie senken den Bedarf an Erneuerbare-Energien-Anlagen, Kraftwerkskapazitäten, Netzen und Speichern, vermindern CO2-Emissionen, Energiekosten und die Importabhängigkeit unserer Volkswirtschaft.

Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir

  • einen 3 Milliarden Euro schweren Energiesparfonds einrichten, um Kommunen bei der energetischen Sanierung von Wohnquartieren mit hohem Anteil einkommensschwacher Haushalte und der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude zu helfen sowie VerbraucherInnen und Unternehmen beim Stromsparen zu unterstützen;
  • nach den Vorgaben der neuen EU-Energieeffizienz-Richtlinie Energieversorger verpflichten, durch Effizienzmaßnahmen bei ihren KundInnen Energie und Kosten einzusparen;
  • dadurch einen neuen, dynamischen Markt für Energiedienstleistungen schaffen und begleitend dazu die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für Neubau- und Bestandsgebäude anheben und das Gebäudesanierungsprogramm der KfW deutlich aufstocken;
  • die Rate der sanierten Gebäude von derzeit unter einem auf drei Prozent im Jahr anheben.

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