Faire Wärme Aufbruch in die neue Wärmewelt

Qualmende Schornsteine von Wohnhäusern in Leipzig
Die energetische Sanierung von Gebäuden verläuft viel zu schleppend. Wenn der Klimagasausstoß aus Heizungen und Industrieprozessen nicht deutlich sinkt, sind nationale und internationale Klimaziele nicht mehr zu erreichen. Und was macht die Bundesregierung? Sie schaut nur zu ...

Die Energiewende ist bislang vor allem eine Stromwende. Hier gibt es große Fortschritte – erneuerbare Energien decken bereits rund ein Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland. Doch im Wärmemarkt tut sich seit Jahren viel zu wenig: Die energetische Sanierung von Gebäuden verläuft schleppend, der Energiebedarf sinkt nur langsam und der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung stagniert auf niedrigem Niveau.

Das Tor zur neuen Wärmewelt

Die Bundesregierung schaut nur zu. Dabei ist klar, dass die nationalen und internationalen Klimaziele nur zu erreichen sind, wenn der Klimagasausstoß aus Heizungen und Industrieprozessen deutlich sinkt. Wir wollen deshalb das Tor zur neuen Wärmewelt aufstoßen und die Grundlagen dafür schaffen, die Wärmeversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen.

Die Neue Wärmewelt

Wie es gehen kann, zeigt die Studie “Die neue Wärmewelt“. In ihr wurden rund 20 aktuelle Studien über die künftige Wärmeversorgung analysiert und daraus ambitionierte, aber machbare Ziele für die Modernisierung der Wärmeversorgung abgeleitet. Im Kern kommt die Studie zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Umstellung unserer Wärmeversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien ist möglich – und das schon innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte.

  • Die Technik dafür steht heute schon bereit und ist praxiserprobt.

Doch die bisherigen Maßnahmen der Regierung reichen bei weitem nicht aus, um Energieeffizienz und Erneuerbare schnell genug voranzubringen.

Grüner Aktionsplan

Um die politische Diskussion voranzubringen, haben wir den grünen „Aktionsplan Faire Wärme“ vorgelegt. Darin fordern wir einen Paradigmenwechsel für den Klimaschutz im Gebäudebereich.

Die energetische Modernisierung ist nicht allein Sache der Hausbesitzer, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die wir sozialverträglich und fair umsetzen müssen. Unser Aktionsplan setzt daher auf gut geplante und gemeinschaftlich umgesetzte Quartierssanierung, statt auf Sanierung nach Gutsherrenart. Wir wollen zudem Kommunen unterstützen bei der örtlichen Wärme- und Sanierungsplanung und die erneuerbare Energieversorgung durch eine moderne und gut vernetzte Infrastruktur fördern. Wir schaffen neue Beteiligungsmöglichkeiten für die Menschen und die Unternehmen beim Umbau der Wärmeversorgung vor Ort.

Und wir setzen Verdrängung und Mietpreissteigerungen etwas entgegen: Unsere Konzepte beschreiben, wie richtig gefördert werden kann und wie ein soziales Mietrecht aussehen kann.

Mehr zum Thema

Den Aktionsplan haben wir im Rahmen eines Expertentreffens mit Fachleuten aus den Bereichen Bauen, Wohnen, Stadtplanung sowie Mieter- und Umweltschutz diskutiert. Die Ergebnisse des Gesprächs finden Sie hier.

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1 Kommentar
Ohne Speicher gibt es keine Energiewende
Helmut Kaufmann 16.12.2016

Wo kommt der Strom her wenn der Wind nicht weht und keine Sonne scheint.

Ohne diese Frage zur Energiewende zu beantworten sind alle anderen Maßnahmen überflüssig. Die 33% Anteil an "Erneuerbaren" sind Durchschnittswerte und ohne Belang. Die können sich von 10 bis 80% bewegen.

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