Energiepreise Bezahlbare Energie für alle

Motiv Anzeige EEG-Umlage

Die Bundesregierung führt als Argument für die seit Jahren steigenden Energiekosten den Ausbau der erneuerbaren Energien an. Damit liegt sie falsch. Strom wurde seit 2002 um 10 ct/kWh teurer, während die EEG-Umlage im selben Zeitraum um 3,3 ct/kWh stieg. Zwei Drittel der Erhöhung hatten nichts mit dem Ökostromausbau zu tun. Preistreiber sind die ausufernden Befreiungen der Großunternehmen von den Kosten der Energiewende und die Praxis der großen Energiekonzerne, die gesunkenen Börsenpreise für Strom nicht an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterzugeben. Bei Heizung und Warmwasser zahlen die Haushalte 32 Prozent mehr als im Jahr 2002. Das liegt in erster Linie an den gestiegenen Kosten für fossile Energieträger wie Öl und Erdgas und nicht an den erneuerbaren Energien – im Gegenteil: sie sind es, die die Energiepreise mittel- und langfristig auf einem bezahlbaren Niveau halten werden.

Grüner Energiesparfonds in Höhe von 3 Milliarden Euro

Für die grüne Bundestagsfraktion ist klar: Energie ist ein Gut, das für alle bezahlbar sein und bleiben muss. Wir brauchen Maßnahmen, die soziale Härten abmildern und allen Menschen eine bezahlbare und effiziente Energieversorgung ermöglichen.

  • Stromversorgungsunternehmen sollen verpflichtet werden, mindestens einen „Stromspar-Tarif“ anzubieten, der stromsparendes Verhalten durch einen progressiven Tarifverbrauch belohnt.
  • Strom- und Gassperren von Privathaushalten müssen gesetzlich eingeschränkt. Es darf nicht sein, dass pro Jahr bis zu 600.000 Haushalten der Strom abgestellt wird.
  • Wir brauchen mehr Anreize fürs Energiesparen. Mit Hilfe eines Energiesparfonds in Höhe von 3 Milliarden Euro wollen wir deshalb den Kauf von sparsamen Geräten und verstärkte Energieberatungsangebote fördern.
  • Verbrauchsarmen Modellen muss stärker Vorrang gewährt werden, außerdem brauchen wir eine verbraucherfreundlichere Kennzeichnung.
  • Durch den Energiesparfonds sollen gerade auch energetische Sanierungen in Wohnquartieren mit hohem Anteil an einkommensschwachen Haushalten finanziert werden.

Gerade einkommensschwache Haushalte werden durch steigende Energiepreise besonders stark belastet. Mit Hilfe von Einsparung, Effizienz und mehr Rechten für Verbraucherinnen und Verbrauchern können ökologischer Umbau und sozialer Ausgleich miteinander verbunden werden.

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11 Kommentare
EEG-Umlage
Harald Brömel 19.10.2012

Hallo Herr Fell, ich habe gerade Ihre Rede im Bundestag gehört. Einige Passagen fand ich schon eigenartig und realitätsfremd. Ich bin Eigentümer eines kleinen Einfamilienhäuschens mit ca. 65 qm Wohnfläche. Das Haus ist mit vier Nachtspeicheröfen ausgstattet, von denen max. zwei eingschaltet sind. Wir heizen viel mit einem Kaminofen zusätzlich. Die letzte Stromabrechnung ergab einen Jahresbeitrag von 2278,59 €. Darin sind schon 414,64 € EEG- Umlage enthalten. Nach der geplanten Erhöhung wären das über 600 €. Wir sind Renter!!!!
Eine Monatsrente reicht bei weitem jetzt schon nicht mehr nur für Strom. Es gibt noch eine Reihe andere Kosten.

EEG-Umlage
Harald Brömel 19.10.2012

Habe Kommentar oben geschrieben.

Machen Sie es sich nicht zu leicht!!!!!

Antwort an Harald Brömel
Grüne Fraktion 19.10.2012

Hallo Herr Brömel,
in einer 5-minütigen Bundestagsrede kann man leider nicht auf alle Facetten eingehen. Uns ist aber bewusst, dass Stromheizungen sehr teuer sind. Die verfehlte Technologie wurde eingeführt, als billiger Nachtstrom aus Überschussen der Atomkraftwerke entstanden sind. Heute hat sich die Energiewelt verändert und zukünftig könnte billiger Überschusstrom aus Windkraft in die Nah- und Fernwärmenetze gebracht werden. Das ist dann auch für Sie als Letztverbraucher interessant. Bis dahin ist es an der Bundesregierung Fehlmechanismen zu entfernen, um die Stromrechnungen wieder etwas sinken zu lassen.

Schluss mit Erneuerbarer Stromerzeugungssubvention
Georg Eppler 19.10.2012

nachdem wir jetzt bei einem Energieverbrauch von 6500 kWh pro Jahr für meinen Sieben Personen Haushalt die monatliche Abschlagszahlung von 125€ auf 155€ erhöht bekommen haben ist meinerseits kein Verständnis mehr da für weitere politisch bedingte Strompreiserhöhungen zumal auch die Politik in allen möglichen anderen Lebensbereichen zur Veteuerung beiträgt. Nach meiner Meinung sollte die Politik mittlerweile eher die Verbraucherpreise bei Energie stabilisiern anstatt zu verteuern. Ich möchte nicht auch noch durch höhere Steuern dafür sorgen daß sich auch sozial schwächere durch staatliche Subventionen die höheren Verbrauchspreise überhaupt leisten können.
Fam. Eppler

Grüner Strom und jetzt bestraft....
Ingrid Silvasi 19.10.2012

Seit meinem Bezug in meine erste Wohnung vor gut 6 Jahren wollte ich ökologisch korrekt handeln und zahle seit dem den teuren"grünen Strom" der RWE. Es kann doch echt nicht sein, dass die EEG Umlage für mich, die in all den Jahren eh schon mehr für Strom gezahlt hat, gleichhoch ausfällt wie für jemanden, der als Sparfuchs den günstigsten Atomstrom fördert und zahlt. Hier sollten auch mal die Grünen Befürworter unterstützt werden, denn "grün handeln" wird hier anscheinend bestraft. Außerdem bedeutet das Zahlen des grünen Stroms nicht, dass in meiner Geldbörse viel Geld ist.

Grüner Strom und jetzt bestraft.... Teil 2
Ingrid Silvasi 19.10.2012

Ich möchte lediglich für meine Nachfahren ökologisch korrekt handeln und werde dafür jetzt bestraft.... da bleibt für mich nur eins: wechseln zum günstigen Atomstrom, damit meine Stromrechnung in Zukunft moderat ausfällt. Warum werden Unterstützer des grünen Stroms nicht für ihr Handeln und ihr Vorausschauendes Denken belohnt?
Als Nächstes kommt, dass Bioprodukte noch teurer werden und konventionell hergestellte Lebensmittel günstiger...

Grüner Strom und jetzt bestraft --> Antwort
Rüdiger Höwler 20.10.2012

Liebe Frau Silvasi,
der Ökostrom von RWE ist genau wie der von den anderen Energiekonzernen Etikettenschwindel. Es wird Wasserkraft aus Uralt-Anlagen, der vorher im "normalen" Strom enthalten war, jetzt ihnen teuer als "Ökostrom" verkauft. Wechseln Sie bitte zu einem unabhängigen Ökostromanbieter wie EWS Schönau, Lichtblich, Naturstrom oder Greenpeace Energy. Die sind oftmals sogar billiger als "normaler" Strom.

Industrie wird nicht "breit entlastet"
Michael 23.10.2012

Die Entlastungsregelungen beim EEG wurden im Kern schon von Rot-Grün eingeführt, weil sie richtig und notwendig sind. Das was jetzt immer wieder als "massive Ausweitung" bezeichnet wird betrifft in Wahrheit nur eine geringe Strommenge, d.h. selbst wenn man dies wieder zurückführen würde, käme es nicht zu einer starken Entlastung des Verbrauchers.

Warum sagen die Grünen nicht offensiv, dass die Energiewende viel Geld kostet, aber das dieses Geld gut angelegt ist? Das wäre viel besser und ehrlicher, als Nebelkerzen zu werfen und Halbwahrheiten zu verbreiten.

Bezahlbare Energie für alle I
Hans-Jörg Hosch 23.10.2012

Das Absperrverbot würde de facto nur die Grundversorger betreffen, weil Nicht-Grundversorger heute schon die sozial schwachen Haushalte schnellstmöglich aus ihrem Kundenkreis eliminieren und diese „schlechten“ Risiken den Grundversorgern anhängen. Diese sind ja nicht nur große Stromversorger, sondern auch viele kleine Stadtwerke oder regionale Stromversorger, welche andererseits auch viel in die regenerativen Energien investieren. Die dadurch protegierten „Billigheimer“(eprimo, Yello und Konsorten) tun das ja nicht.

Bezahlbare Energie für alle II
Hans-Jörg Hosch 23.10.2012

Welche Kriterien werden angelegt, welche Kunden nicht gesperrt werden dürfen? Alleinerziehend, mindestens ein Kind, nachweislich SGB 2-Bezug,maximales Einkommen, Rentner in der Grundsicherung usw.? Und was passiert dann mit einem zuvor armen Lottogewinner? Und wer überwacht und kontrolliert dieses Verbot? Die Schlichtungsstelle ist heute schon überlastet, von der Justiz ganz zu schweigen.

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