Bioenergie-Tour Bioenergie nutzen - aber richtig

Tour-Etappe Schwäbisch-Hall

Am 04. März 2013 war die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu Gast in Schwäbisch Hall. Im Rahmen ihrer Bioenergietour, die die Abgeordneten in Schwerpunktregionen der Bioenergieerzeugung in ganz Deutschland führt, organisierte die Fraktion eine Podiumsdiskussion in Schwäbisch Hall. Hans-Josef Fell MdB, energiepolitischer Sprecher, und Cornelia Behm MdB, Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik, trafen sich zuvor am Nachmittag mit Steffen Hofmann, Abteilungsleiter Kraftwerke und Contracting der Stadtwerke Schwäbisch Hall, zu einer Führung an der Biogasanlage Raibach und diskutierten die Einbindung der insbesondere in Biogasanlagen erzeugten elektrischen und Wärmeenergie in die Versorgungsnetze der Region.

Am Abend stand dann eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. In den Räumen der Stadtwerke Schwäbisch Hall diskutierten Cornelia Behm und Hans-Josef Fell sowie Dr. Bernd Murschel MdL, Sprecher für Ländlichen Raum der Grünen Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, mit Matthias Strobl vom NABU Baden-Württemberg, Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber und Daniel Kießecker, Biobauer und Mitglied im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, über das Thema „Bioenergie nutzen – aber richtig!“

In seinem Einführungsvortrag stellte Hans-Josef Fell die aktuelle Situation der Energiewende und die Hürden, die die schwarz-gelbe Bundesregierung dafür errichtet, dar. Unter anderem machte er deutlich, woher der starke Strompreisanstieg tatsächlich kommt, denn nur ein geringer Teil des aktuellen Anstiegs geht auf die EEG-Umlage zurück. Hinzu kommt, dass zahlreiche energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage und von den Netzentgelten befreit sind und VerbraucherInnen diese Kosten mittragen müssen. Etwa 40 interessierte ZuhörerInnen aus den Kreisen Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Main-Tauber, die sich auf den Weg nach Schwäbisch Hall gemacht hatten, verfolgten die anschließende engagierte Diskussion zwischen den PodiumsteilnehmerInnen und brachten sich selbst mit Fragen und Statements ein. Auch wenn die Einschätzungen zur Bioenergie dabei durchaus kontrovers waren – zum Beispiel beim Stichwort Vermaisung der Landschaft und dem Konflikt Tank beziehungsweise in diesem Fall Biogasanlage oder Teller – so herrschte doch Einigkeit, dass nicht die Frage ist, ob, sondern wie Bioenergie richtig genutzt werden kann. Zentrale Punkte waren dabei, dass die Abwärme zum Beispiel über einen Anschluss ans Fernwärmenetz ebenfalls genutzt wird, nicht nur der erzeugte Strom; dass vornehmlich Gülle für Biogasanlagen genutzt werden sollte, da diese auch nicht für anderes nutzbar ist und ansonsten unbehandelt auf die Felder verteilt wird; und dass Biogas-Energie keinesfalls zur Erzeugung von Grundlaststrom eingesetzt werden darf, sondern dass sie als Regelenergie zum Ausgleich der Schwankungen bei Sonnen- und Windenergie eingesetzt werden sollte.

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