Bioenergie-Tour Bioenergie nutzen - aber richtig

Am Montag den 25. März 2013 hatten die grünen Abgeordneten des Bundestages Cornelia Behm und Dr. Valerie Wilms sowie des Landtages Mecklenburg-Vorpommern Jutta Gerkan eingeladen, gemeinsam mit Fachleuten über die Konflikte und Potenziale der Bioenergie in der Region zu diskutieren.

Cornelia Behm thematisierte in ihrer Einführung die Chancen des Anbaus von Biomasse für den ländlichen Raum. Gleichzeitig stehe die Bioenergie in regional unterschiedlich hohem Maße in Konkurrenz zum Naturschutz. Florian Schöne vom NABU stimmte dem zu und regte an, Sichtweisen zu ändern. Man müsse sich vor Augen führen, dass die landwirtschaftliche Produktion ihre Grenzen hat und Biomasse eben nicht unerschöpflich verfügbar ist. Er forderte ein Konzept „Biomasse 2.0 - Klasse statt Masse“, welches flexible Systeme der Bioenergie-Nutzung, insbesondere in Bezug auf die Regelenergie, bieten muss.

Dr. Valerie Wilms wies darauf hin, dass Fehlentwicklungen in der Vergangenheit auf Übersteuerungen durch das Erneuerbare-Energien-Gestez (EEG) zurückzuführen sind. Neben einer unangemessenen Förderung von Energiemais würden der Wärme- und der Verkehrssektor nicht ausreichend Beachtung finden. Felix Hess, Geschäftsführer der NAWARO BioEnergie AG, machte deutlich, dass es auch ohne EEG klappt. Sein Unternehmen speist Biomethan ins Erdgasnetz ein, ohne eine EEG-Vergütung zu beziehen. Das zwingt ihn anders zu kalkulieren.

Cornelia Behm betonte, dass man über Änderungen am EEG hinaus den Blick auch auf die Fachpolitik richten muss. Als Beispiele nannte sie die gesetzliche Festlegung einer anspruchsvollen guten fachlichen Praxis für die Landwirtschaft und eine nahhaltige Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik. Zudem müssten gemeinsam mit Erzeugern und Praktikern Regelmechanismen, besonders im Wärmesektor, überarbeitet werden.

An diesem Abend wurde mehrfach deutlich, dass eine Gesamtbetrachtung längst überfällig ist. Alle Anwesenden waren sich einig: In Zukunft soll vertieft der Dialog gesucht werden, um Zielkonzepte zu erarbeiten und diese auch zu erreichen. Dabei geht es darum, die Bioenergie in eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Nahrungsmittelnutzung und nachhaltigen Konsum zu integrieren, so Bertold Meyer, Bürgermeister des Bioenergiedorfs Bollewick. Er sprach sich für eine Energiewende von unten aus. Auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort sind dabei gefragt, wenn es darum geht, autarke Regionen selber zu gestalten. Denn „Energiewende ist Kulturwende“. In diesem Punkt gab es eine breite Zustimmung aus dem Publikum. Dieses merkte zudem an, dass es im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte noch ungenutzte Potenziale in Form der Wasserkraft gibt.

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