Mythos Bürgerprotest gegen neue Leitungen?

Eine von der grünen Bundestagsfraktion durchgeführte Kurzumfrage bei 25 Bürgerinitiativen hat jüngst ergeben, dass der Bau neuer Stromleitungen nicht grundsätzlich abgelehnt wird, wenn diese für den Ausbau erneuerbare Energien errichtet werden.

Mythos Bürgerprotest

Seit dem Herbst vergangenen Jahres behauptet die Bundesregierung gebetsmühlenartig, dass der Netzausbau vor allem auf Grund von Bürgerprotesten stockt. So hat die Kanzlerin Merkel gegenüber der Presse geäußert, „dass viele Menschen zwar von immer mehr Wind- und Sonnenenergie träumen, aber nicht bereit sind, den für unsere Ziele notwendigen fundamentalen Umbau unserer Infrastruktur zu unterstützen“. Für die Bundesregierung ist damit bis heute der Schuldige für den verzögerten Netzausbau gefunden: Der Widerstand gegen neue Infrastrukturprojekte geht insbesondere von der Bevölkerung aus.

Das Ergebnis der Umfrage spricht nun aber eine andere Sprache. Merkels Mythos vom protestierenden Bürger gegen neue Leitungen ist somit widerlegt. Vielleicht sollte sich die Bundesregierung in Zukunft mal die Zeit für eine Selbstreflexion gönnen, anstatt die Schuld immer bei den Anderen zu suchen. Dann hätte Sie vielleicht auch erkannt, dass bereits der Monitoringbericht 2010 der Bundesnetzagentur bestätigt hat, dass nur 3 der 24 EnLAG-Vorhaben aufgrund von „mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung“ verzögert werden.

 

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