Strompreise Bundesregierung erhöht kräftig mit

Euroscheine stecken in einem angeschalteten Stromverteiler.

Strompreiserhöhungen doppelt so hoch wie erforderlich

Viele Stromversorger haben inzwischen Preiserhöhungen für das kommende Jahr bekanntgegeben. Im Durchschnitt müssen Privathaushalte 2013 rund 13 Prozent mehr bezahlen. Schuld daran sei vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien. Doch wiedereinmal werden die Stromkunden in die Irre geführt.

Erstens langen viele Energieversorger schamlos zu. Die Mehrkosten durch Ökostrom und Netzentgelte geben sie voll an ihre Kunden weiter, den Kostenvorteil durch sinkende Börsenpreise streichen sie als Mehrgewinn ein. Laut Bund der Energieverbraucher wäre unterm Strich lediglich ein Preisanstieg um etwa 1,8 ct/kWh beziehungsweise rund sieben Prozent angemessen.

Und zweitens haben die Preiserhöhungen nur wenig mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun. 

Beispiel Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Die Mehrkosten für den verbrauchten Ökostrom werden über die EEG-Umlage auf die Stromkunden verteilt. Diese wird zum Jahreswechsel um rund 1,7 ct/kWh steigen. Zwei Drittel der Steigerung gehen aber auf Gründe zurück, die mit dem Zubau neuer Anlagen zur Ökostromerzeugung zu tun haben, insbesondere die ausufernden Ausnahmeregelungen für die Industrie und von Schwarz-Gelb durchgesetzte Fehlsteuerungen wie die Marktprämie.

Bald 3.000 privilegierte Unternehmen

Auch die Begünstigung von Großunternehmen bei den Netzentgelten ist ein teures Geschenk von Schwarz-Gelb an die Industrie, für das die Stromkunden zahlen. Selbst Golfplätze und die Deutsche Börse in Frankfurt haben Befreiungsanträge gestellt. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Verbraucherinnen und Verbraucher für die Zulieferfirmen von McDonalds, den Versicherungskonzern Allianz oder den Discounter ALDI die Kosten übernehmen sollen. Und das sind keine Einzelfälle. Union und FDP in Berlin haben die Kriterien so abgesenkt, dass die Anzahl begünstigter Unternehmen von 800 auf knapp 3000 im nächsten Jahr steigen wird.

Auch in einem anderen Punkt lässt die Bundesregierung die Verbraucher zahlen: Der Netzbetreiber TenneT schafft es trotz Zusage nicht rechtzeitig, etliche Windparks in der Nordsee ans Stromnetz anzuschließen. Den entstandenen Milliardenschaden sollen die Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer Abgabe von 0,25 ct/kWh schultern. Geplant ist, dass größere Unternehmen hier wiederum von der Zahlung befreit werden.

Kosten und Nutzen der Energiewende fair verteilen

Die grüne Bundestagsfraktion fordert ein Ende der schwarz-gelben Subventionsorgie an die Industrie. Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt, das nur gelingen wird, wenn die Kosten und der Nutzen fair auf alle verteilt werden. Wir haben dazu einen Antrag mit konkreten Entlastungsmöglichkeiten für Stromkunden in den Bundestag eingebracht. Damit ließe sich der Strompreis um rund 1 ct/kWh senken. Ein vierköpfiger Haushalt könnte damit rund 50 Euro im Jahr sparen.

Weitere Informationen zu den wahren Gründen der Strompreiserhöhung haben wir in einem Hintergrund-Papier (s. Kasten rechts) zusammengestellt.

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2 Kommentare
Typische Worthülse "fair verteilen"
Gast 28.11.2012

Kosten und Nutzen fair verteilen?
So ein Unsinn. Würde der Nutzen (die Rendite der Investoren auf Kosten der Stromkunden) fair verteilt so würde niemand mehr investieren. Wozu auch es gäbe ja keine Rendite.
Die Kosten kann man nicht anders verteilen, weil sie immer beim Endverbraucher landen wenn nicht durch Umlagen dann in den Preisen.
Besser wäre es den Energiewende-Unsinn vollständig abzuschaffen, weil ihn niemand braucht (außer die Klima Alarmisten) Dann könnte man sich die unsinnigen Kosten komplett sparen und müsste sie nicht fair verteilen. Der so genannte Nutzen (die Rendite von Investoren und die Zinsgewinne der Banken) müsste dann aber auch wegfallen.

Was hat für die Grünen Priorität?
B. Schnider 29.11.2012

Wenn ich die Grünen richtig verstehe, so wollen Sie keine weltweit, vorläufig aber mindestens in Europa, keine AKW's UND keine fossilen Energieträger.
Diese Illusion beruht darin, dass die weltweite materielle Situation nicht gebührend berücksichtigt ist. Was kümmert's den Inder, den Chinesen, den Indonesier oder Afrikaner, wenn ihm noch grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, tägliche Stromversorgung, Heizung oder Klimaanlagen versagt bleiben.
Wäre es Euch ums Klima wirklich ernst gewesen. so hättet Ihr den KOMPROMISS, mit Atomstrom die nächste Generation zu überbrücken, geschluckt.
S erreicht Ihr schlussendlich für das Klima NICHTS Substantielles!

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