15 Jahre EEG Das erneuerbare Erfolgsgesetz

Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik, Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, feiern das EEG-Jubiläum und haben während eines Fachgesprächs die Geburtstagstorte angeschnitten.

Am 1. April vor 15 Jahren trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Zusammen mit dem Atomausstiegsgesetz war und ist das EEG die Grundlage der Energiewende in Deutschland.

Die Urfassung des EEG beschränkte sich auf gerade einmal elf Paragraphen auf knapp drei Seiten. Ziel war es, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 auf rund zwölf Prozent zu verdoppeln. Doch es kam anders.

Ökostrom bricht alle Rekorde

Die Stromerzeugung hat sich zwischen 2000 und 2014 mehr als verzehnfacht. Niemand hätte damals gedacht, dass wir nach 15 Jahren EEG fast ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen werden.

Rasante Preissenkung

Solarstrom aus Solarkleinanlagen wurde im Jahr 2004 noch mit 57,4 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh), heute sind es gut 12 ct/kWh. Innerhalb von 10 Jahren ist die Photovoltaik-Vergütung also um 80 Prozent gesunken! Solarstrom gehört – ebenso wie Windkraft an Land - heute zu den preiswertesten Stromerzeugungsarten.

Revolution am Strommarkt – BürgerInnen als Stromerzeuger

Vor 15 Jahren kontrollierten die vier großen Energie-Konzerne 85 Prozent der deutschen Stromerzeugung. Heute gibt es in Deutschland Millionen Stromerzeuger - allein 1,3 Millionen Betreiber von Solaranlagen, dazu kommen die Windparks und Biogasanlagen. Die Hälfte der installierten Ökostromleistung ist in BürgerInnen-Hand.

Auf halber Strecke

Doch ungeachtet der enormen Erfolge des EEG: Die Energiewende ist erst dann erfolgreich, wenn es gelingt, möglichst schnell auf eine vollständige Versorgung aus erneuerbaren Energien umzusteigen.Doch damit sieht nicht gut aus. In den letzten 12 Monaten wurden nur 1.811 Megawatt Solar-Kapazität zugebaut, damit wurde das ohnehin niedrige Ziel der Regierung weit unterschritten. Bei der Bioenergie wurden sogar nur knapp 40 MW Neuanlagen errichtet. Diese Einbrüche sind das absurde Ergebnis der Regierungspolitik, die mit der EEG-Novelle im letzten Jahr den Ökostromausbau gedeckelt und auf eine bürokratische Monstertour geschickt. So kommt die Energiewende ins Stocken.

Für den Strombereich wird das 100 Prozent Ziel immer noch von denen in Frage gestellt, die auch langfristig fossile Kraftwerke wollen. Angeblich sei nur so die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Sonne abzusichern. Diese Argumentation blockiert die Energiewende auf halber Strecke und konterkariert den Klimaschutz – und sie ist falsch.

Die neue Stromwelt ist erneuerbar

Die neue Stromwelt wird erneuerbar sein. Deshalb muss nicht nur der Ökostromausbau weiter vorangetrieben werden. Es gilt auch, die Infrastruktur und den Strommarkt darauf auszurichten.

Die grüne Bundestagsfraktion steht ohne Wenn und Aber zum vollständigen Umstieg auf Ökostrom. Passend zum 15-Jahres-Jubiläum haben wir eine neue Studie veröffentlicht, die ein klares Bild von der 100-Prozent-Ökostromwelt zeichnet. Diese Welt kann bald schon Realität werden, wenn wir jetzt die politischen Weichen richtig stellen.

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1 Kommentar
EEG, teuer erkauft....
EBM 01.04.2015

Da die Werkbank Europas trotz EEG unvermindert Elektrizität braucht, erkauft man sich die Konkurrenzfähigkeit mit 3 Millionen Billiglöhnern und Aufstockern. Irgendeiner muß doch auch für grüne Ideologie geradestehen, statt Öko- und Mehrwertsteuer zu senken. Das wird dann sogar noch von Schwarz bis Grün als Erfolg gefeiert, jeder auf seine Weise. Es fragt sich nur auf wessen Kosten.

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