Strompreis Erneuerbare Energien sind kein Preistreiber

In den letzten Wochen wurden gerade aus dem Umfeld der EEG-Kritiker deutliche Steigerungen der EEG-Umlage prognostiziert. Diese sind jetzt aber weitgehend ausgeblieben. Trotz des fortschreitenden Ökostrom-Ausbaus wird die Umlage lediglich um 0,04 Cent je Kilowattstunde angehoben. Mit einer besseren Politik hätte Schwarz-Gelb die Kosten sogar senken können.

Die marginale Erhöhung der EEG-Umlage lässt sich mit Faktoren erklären, die jenseits des Zubaus der erneuerbaren Energien liegen und von der Bundesregierung selbst zu verantworten sind. So erhöht etwa das neu eingeführte Instrument der Marktprämie die EEG-Kosten, aus diesem Grunde hatte die grüne Bundestagsfraktion deren Einführung durch Schwarz-Gelb kritisiert.

Ein weiterer Faktor ist die Privilegierung der Industrie. Bereits 2012 wird sich hier bemerkbar machen, dass eine Reihe von Unternehmen die EEG-Umlage geradezu missbräuchlich umgehen. Die Erlaubnis hierzu wurde von Schwarz-Gelb in der jüngsten EEG-Novelle um einige Wochen verlängert, so dass sich weitere Unternehmen um die EEG-Umlage drücken können.

Frappierend ist, dass gerade die stromintensive Industrie, die am stärksten von den Erneuerbaren profitiert, in der Öffentlichkeit am lautesten gegen das EEG im Allgemeinen und die Solarenergie im Besonderen wettert. Dabei ist die stromintensive Industrie in Wirklichkeit der große Gewinner der EEG-Umlage. Erneuerbare Energien drücken an der Strombörse massiv die Spotmarktpreise, die für die Stromkosten der Unternehmen entscheidend sind. Die stromintensive Industrie profitiert also durch die Börseneffekte mit jeder neuen Solar- oder Windkraftanlage. Sie spart durch erneuerbare Energien etwa zehn Mal soviel Stromkosten über niedrigere Börsenpreise ein, als sie an EEG-Umlage zahlt. Die stromintensiven Unternehmen werden also quersubventioniert, zu Lasten der privaten Stromkunden, die die ausbleibende Beteiligung der Industrie am Umbau der Energiewirtschaft mittragen müssen.

Zwei Kurzstudien des Instituts für ZukunftsEnergieSystem (IZES) im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion beschäftigen sich intensiv mit der Thematik, unter anderem mit der Umlageentwicklung sowie dem Einfluss der erneuerbaren Energien auf weitere Energiepreisfaktoren. Dabei wird zum Beispiel deutlich, dass der eingespeiste Solarstrom die Spitzenpreise an der Strombörse in den letzten Jahren deutlich gesenkt hat.

 

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