Divestment Keine Kohle für die Kohle

Windpark vor Kohlekraftwerk Niederaußem
Ein Windpark vor dem Kohlekraftwerk Niederaußem.

Der Kohleausstieg muss auch finanziell geschehen. Deshalb unterstützen wir das „Divestment“, den finanziellen Ausstieg aus den fossilen Energien.

Die großen Firmen und Staatskonzerne aus dem Kohle-, Öl- und Gassektor investieren immer noch Milliardenbeträge in die Erschließung immer neuer Reserven. Dabei ist schon jetzt klar: 80 Prozent dieser fossilen Rohstoffe müssen in jedem Fall unter der Erde bleiben. Sonst haben wir keine Chance mehr, die Erderwärmung unter der gefährlichen Schwelle von 2 Grad zu halten.

Damit stehen die Profite der Konzerne im direkten Gegensatz zur Rettung unseres Planeten. Folglich sind die Börsenwerte etwa von RWE, E.ON oder ExxonMobil massiv überbewertet. Es ist nicht nur ethisch richtig, sich seiner Aktien und Anleihen an diesen fossilen Dinosauriern zu entledigen. Es ist auch wirtschaftlich vorausschauend.

Die Divestment-Bewegung kommt

Sein Geld aus etwas zurückziehen oder auch als Bank neue Kredite zu verweigern, nennen Fachleute „Divestment“. Unter diesem Stichwort hat sich eine globale Bewegung geformt. Angefangen hat es mit einzelnen Studierenden. Doch heute haben auch viele Städte rund um die Welt, die Rockefeller-Stiftung oder der norwegische Staatsfonds angekündigt, ihr Vermögen aus fossilen Energieträgern abzuziehen. Und auch Frankreich hat den Einstieg ins Divestment beschlossen.

Das Energiewende-Land muss sich bewegen

Die grüne Bundestagsfraktion fordert in ihrem Positionspapier eine Divestment-Strategie auch für Deutschland. Wer Energiewende-Land sein will, muss das auch finanziell untermauern. Um das Klima zu schützen und zugleich riskante fossile Anlagen zu verhindern, sollen öffentliche Rücklagen von Pensionskassen und der Bundesanstalt für Arbeit schleunigst auf Klimarisiken abgeklopft werden.

Banken und Versicherungen sollen sich einem Klima-Stress-Test unterziehen. Investoren sollen volle Transparenz über die Klimaschutzstrategien von Unternehmen erhalten. Wir wollen zudem Mindestkriterien bei staatlich geförderter Altersvorsorge. Öffentliche Banken und Versicherungen müssen beim Divestment mutig voran gehen.

Bürgerenergie und Divestment gehören zusammen

Ganz im Sinne der „Energiewende von unten“ geht es um die Summe der Teile: Viele Kommunen prüfen gerade auf grüne Initiative hin, wie sie ihre Rücklagen frei von CO2-belasteten Anlagen bekommen. Auch wenn die vielen Nadelstiche die globalen Kohlekonzerne alleine noch nicht ins Wanken bringen, so schaffen sie doch eine Veränderung der Investitionskultur. In der Welt von Morgen wird Geld nicht mehr in klimapolitisch gefährliche Projekte fließen, sondern in neue und grüne Technologien.

Wir unterstützen das Divestment auf allen politischen Ebenen. Deshalb hat auch das Land Baden-Württemberg eine Divestment-Strategie in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Für uns Grüne im Bundestag ist klar: Wer Energiewende macht, darf keine Kohle für die Kohle verfeuern.

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