Netzentwicklungsplan Nach dem Rüffel muss es losgehen!

Ein Monteur arbeitet im Umspannwerk bei Vieselbach nahe Erfurt
Ein Monteur arbeitet im Umspannwerk bei Vieselbach nahe Erfurt

Die vier Übertragungsnetzbetreiber haben einen Netzentwicklungsplan-Strom 2012 (NEP 12). Er wurde nach mehreren Konsultationsphasen am Montag von der Bundesnetzagentur abgeändert bewilligt. Als nächstes soll auf dieser Grundlage die Regierung einen Bundesbedarfsplan erstellen, der verbindlich den Netzbedarf feststellt und Anfang 2013 im Bundestag abgestimmt werden muss. Erst danach kann im Rahmen einer Bundesfachplanung eine konkrete Trasse geplant werden. Bisher sind die Streckenverläufe der geplanten HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom Fernleitungen mit sehr wenig Transportverlusten) noch unklar, dennoch gab es über 2.000 Einträge von Bürgerinnen und Bürgern.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Der jährlich neu zu erstellende NEP ist ein wichtiges Instrument um den nötigen Netzausbau zu koordinieren. Er schafft erstmals Transparenz und eröffnet die Möglichkeit der Konsultation beim Stromnetzausbau. Das war überfällig. Jahrelang haben sich die Netzbetreiber und die Bundesregierung gegen den Bau von HGÜ-Leitungen gestellt. Erst mit dem NEP gab es ein Einsehen und eine Debatte um die Anzahl und Größe der neuen Leitungen wurde möglich. Das fordern wir Grüne schon seit Jahren.

Bundesnetzagentur erteilt notwendigen Rüffel

Ein Drittel der im NEP geplanten Leitungsvorhaben, darunter einer von vier HGÜ-Korridoren, sind nicht bestätigt worden. Sie sind vorerst zurückgestellt. Das ist ein richtiges Signal auf die berechtigte Kritik, dass der erste Planentwurf viel mehr Netzausbau als notwendig vorsah. Die Bundesnetzagentur erteilt damit den Netzbetreibern einen vorsichtigen Rüffel für deren Ausbauwut, mit der sie sich vielerorts über die Interessen der Bevölkerung hinwegsetzen wollten. Sie geht zudem in den Begründungen für die Zurückstellungen explizit auf die vielen Stellungnahmen ein. Das deutet an, dass ein Umdenken stattfindet und die Bürgerinnen und Bürger bei der Planung stärker in den Mittelpunkt rücken. Das müssen die Netzbetreiber jetzt als Aufforderung verstehen. Sie müssen sich frühzeitiger, ehrlicher und intensiver mit den Belangen lokaler Akteure und mit Naturschutzfragen auseinander setzen.

Der NEP wird jährlich neu erstellt und ihm geht ein Szenariorahmen voran. Im kommenden Jahr sollten dabei stärker Sensitivitäten berücksichtig werden. Dazu gehören z.B. Erzeugungs- und Lastmanagement oder die Wirkungen eines dezentralen Ausbaus von erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung. Diese wurden im vorliegenden NEP noch nicht konsequent gerechnet. Die Bundesnetzagentur muss sich der Kritik von uns Grünen, Umweltverbänden und den Bürgerinnen und Bürgern stellen und alternative Szenarien mitrechnen.

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1 Kommentar
HGUE
gunther toffel 11.12.2012

s.g.d+h,
anbei link vom gruenen nochmitglied g.t.
www.abindieerde.de

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