Heizölpreise Preisfalle für zwölf Millionen deutsche Haushalte

Qualmende Schornsteine von Wohnhäusern in Leipzig
Nach einer Nacht mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius qualmen am Morgen die Schornsteine von Wohnhäusern vor der Kulisse des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig.

Die Diskussion um die Kosten der Energiewende bezieht sich in den allermeisten Fällen auf die Strompreise. Dabei wird außer Acht gelassen, dass es in Wirklichkeit der Wärmebereich ist, der in den letzten Jahren hohe Kostensteigerungen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern verursacht hat. Allerdings nicht aufgrund der erneuerbaren Energien, sondern vielmehr aufgrund der knapper und dadurch teurer werdenden fossilen Ressourcen.

Preisfalle Heizöl

Eine neue Studie von EnergyComment im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat ergeben, dass Heizöl mittlerweile zur Preisfalle für zwölf Millionen deutsche Haushalte geworden ist.

Mit Preisen zwischen 85 und 95 Euro für eine Standardlieferung von 100 Litern wurde im vergangenen Jahr in vielen Regionen Deutschlands ein Rekordhoch erreicht – was 2012 zum bislang teuersten Heizöljahr machte. Doch dabei wird es nicht bleiben: 2020 wird ein Durchschnittshaushalt voraussichtlich mit rund 160 Euro rechnen müssen für eine Standardlieferung. Das entspricht einer Verdoppelung des heutigen, ohnehin hohen Niveaus.

Koalition versagt

Doch während Umweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Rösler kaum eine Gelegenheit auslassen, sich über die angeblich so teuren Erneuerbaren zu echauffieren, hüllen sie sich in Schweigen, wenn es um die hohen Kosten für Wärme geht. Indem die Bundesregierung das Thema ignoriert, lässt sie zig Millionen Menschen mit ihren steigenden Heizkostenrechnungen alleine. Und verschläft zugleich einen geeigneten Zeitpunkt, um längst überfällige klima- wie auch sozialpolitische Weichenstellungen vorzunehmen.

Die richtigen Instrumente

Mit gezielten politischen Maßnahmen lassen sich die Auswirkungen von steigenden Heizölpreisen für Privathaushalte deutlich verringern. Dazu gehört einerseits die Förderung von energetischer Gebäudesanierung. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich ausgestattet wird. Mit einem Energiesparfonds von drei Milliarden Euro wollen wir außerdem einkommensschwache Haushalte und Quartiere unterstützen. Unser Ziel ist eine Sanierungsquote von drei Prozent pro Jahr. Nur so kann es gelingen, den gesamten Gebäudebestand bis Mitte des Jahrhunderts vollständig energetisch zu modernisieren.

Andererseits brauchen wir hohe energetische Standards: Als Mindeststandard für Gebäude wollen wir Grüne bis 2020 einen Energieverbrauch von höchstens 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr einführen. Bei Neubauten gilt es, eine dynamische Entwicklung hin zu Niedrigstenergiehäusern zu entfachen.

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