Stromkosten-Studie Was kostet die Energiewende?

Dardesheim mit Rapsfeld und Windrädern
Dardesheim in Sachsen-Anhalt gehörte bereits 2008 zu den ersten Ökostrom-Städten Deutschlands.

Mit dieser Frage setzt sich eine neue Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy auseinander. Fazit: Ein schneller Ausbau der Erneuerbaren führt zu einer großen Kostenersparnis.

Verglichen wurden bei der Analyse die Kosten von konventioneller und regenerativer Stromerzeugung von heute bis 2050. In die Betrachtung flossen die Nettokosten des Erneuerbaren-Ausbaus – mithin die Differenz zwischen den tatsächlichen Erzeugungskosten von Ökostrom und den Stromgestehungskosten bei konventionellen Kraftwerken – abzüglich der vermiedenen Umweltkosten von fossil-nuklear erzeugtem Strom (beispielsweise die Auswirkungen von Treibhausgas-Emissionen).

Ökostrom bald billiger als Kohle- und Atomstrom

Das deutliche Ergebnis: Nicht nur ist Strom aus Ökostrom-Anlagen bereits schon heute zum Teil günstiger, im Jahr 2030 wird der Kostenvorteil von neuen EE-Anlagen gegenüber Atom- und Kohlekraftwerken bei insgesamt 54 Milliarden Euro liegen. In knapp 40 Jahren ist sogar mit einem Kostenvorteil von 522 Milliarden Euro zu rechnen. Besonders positiv geht Windenergie in die Kosten-Nutzen-Bilanz ein, da bei dieser Technologie durch eine steile Lernkurve noch viele kostensenkende Effekte erzielt werden können. Im Jahr 2050 sorgt allein die Windkraft für einen Nettonutzen von gut 400 Milliarden Euro.

Zwar unterliegen die Berechnungen des FÖS einer Handvoll Annahmen, der betrachtete Zeitraum ist lang und letztlich werden die Zahlen sicherlich nicht auf den Cent genau stimmen, aber klar wird trotzdem: Ein Umstieg auf erneuerbare Energien lohnt sich sowohl aus volkswirtschaftlichen als auch aus umweltökonomischen Gründen. Und gerade der Windkraft, auf dem Land wie auf See, kommt eine zentrale Rolle zu. Denn sie birgt das größte Kostensenkungspotenzial.

Schwarz-gelb versagt bei der Energiewende

Die Studie beweist einmal mehr, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung auf dem Holzweg ist mit ihrer Energiepolitik. Statt den Ausbau der erneuerbaren Energien zu bremsen, muss sie endlich eine Kehrtwende einlegen. Deutschland braucht ein klares Bekenntnis zu mehr erneuerbaren Energien und zu einem schnellen Ausstieg aus Kohle und Atom – aus Klimaschutz-, Kosten- und Gesundheitsgründen. Dafür braucht es Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Was wir nicht brauchen ist ein Quotenmodell à la Rösler oder ein kaputtgetretenes Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) à la Altmaier. Deshalb setzt sich die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für eine Weiterentwicklung des EEG ein. Wir wollen es von unnötigen Kosten befreien, die Lasten fair verteilen und den Erneuerbaren-Ausbau kosteneffizient voranbringen. Am Einspeisevorrang und der garantierten, degressiv gestalteten Vergütung halten wir zunächst fest, denn sie sind der Motor eines raschen Ökostrom-Ausbaus. Letztlich wollen wir einen Strommarkt, der auf Erneuerbare ausgerichtet ist und ihnen auf Dauer einen Platz auch ohne Förderung sichert. So können wir es schaffen, unsere Stromerzeugung bis 2030 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen.

Mehr zum Thema Energie

Für diesen Artikel werden keine Kommentare mehr angenommen.

4389858