Neues Strommarktdesign Wissenschaftler weisen den Weg

Männer installieren Solarpanels auf einem Dach

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat ein Gutachten zur Weiterentwicklung des Strommarktes vorgelegt. Die Vorschläge des SRU stimmen zu weiten Teilen mit den Forderungen der grünen Bundestagsfraktion überein. Eine kommende Bundesregierung ist gut beraten, den Vorschlägen des SRU zu folgen.

Energiepreise: Wind und Strom günstiger als Kohle und Gas

Die Kernbotschaft des SRU ist, beim Ausbau der erneuerbaren Energien Kontinuität zu wahren, indem das Grundgerüst des EEG erhalten bleibt. Schon heute können Wind und Sonne günstiger Strom produzieren als neue Kohle- oder Gaskraftwerke.

Reformen am EEG und dem Strommarktdesign sind zweifellos notwendig. Statt jedoch einen Kahlschlag bei den Erneuerbaren Energien vorzunehmen, bedarf es einer faireren Kostenverteilung und einer Reform des lahmenden CO2-Emissionshandels. Wer den Anstieg der EEG-Umlage stoppen will, darf nicht länger zusehen, wie Dumpingstrom aus schmutzigen Braunkohlekraftwerken die Börsenpreise kaputtmacht. Was wir brauchen ist ein Klimaschutzgesetz, das verbindliche Klimaziele festschreibt und die Klimaschäden bei Kohlekraftwerken einpreist.

Der SRU schlägt zur Weiterentwicklung des EEG auch die Einführung einer verpflichtenden Direktvermarktung mit einer gleitenden Marktprämie vor. Anstelle einer festen Vergütungszeit von 20 Jahren soll ein Gesamtkilowattstundenkonto vorgesehen werden. Erzeuger sollen jedoch unter realistischen Bedingungen mindestens mit den gleichen Erlösen rechnen können wie bisher mit der festen Einspeisevergütung. Diese und weitere Vorschläge, wie die Erneuerbaren Energien in Zukunft noch stärker als bisher auch zur Versorgungssicherheit beitragen können, gilt es in den kommenden Monaten zu diskutieren.

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