Das gute Leben auf dem Land

Digitalisierung

Ein Traktor fährt an einer Baugrube vorbei
Ein Traktor fährt an einer Baugrube vorbei, in der Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen. Die Baustelle ist an einer Landstraße beim kleinen Dorf Gretenberg in der Region Hannover. picture alliance | Julian Stratenschulte
14.08.2021

Manchmal gibt es in kleinen Dörfern wundersame Dinge zu beobachten. Eine Bewohnerin geht aus dem Haus, die Straße hoch und bleibt plötzlich stehe. Dann: Warten, weitergehen, in den Garten des Nachbarn. Stehenbleiben. Aufs Handy gucken und schnellen Fußes wieder nach Hause eilen. Das ist Onlinebanking im Funkloch. Die PIN kommt per SMS aufs Handy, doch das Handy hat am Schreibtisch keinen Empfang, auf der Straße schon eher.

Ohne Netz nix los

Wir brauchen schnelles Internet und lückenlosen Mobilfunk, wenn die ländlichen Räume florieren und zu Orten des guten Lebens werden sollen. Wirtschaft und gesellschaftliches Leben brauchen digitalen Anschluss. Homeoffice und Co-Working-Spaces können viel Pendelei ersparen - aber nur, wenn das Internet schnurrt.

Viele Start-Ups mit innovativen Projekten würden ihren Entwickler*innen gern einen Arbeitsplatz im Ländlichen anbieten. Die Konzentration, die man zum Programmieren braucht, passt gut zur Stille der Natur. Wirtschaftswachstum gibt es hier nur mit einer flächendeckenden Breitbandversorgung. Das ist nicht neu, aber leider immer noch nicht gelöst.

Aber wir brauchen das schnelle Netz auch, damit die Älteren möglichst lange selbstständig bleiben können. Um im Dorfladen online bestellen zu können, wenn der Kreislauf mal nicht so will. Damit der Notrufknopf für den Pflegedienst zuverlässig funktioniert. Das beruhigt dann auch die Kinder und Enkel, die weiter weg wohnen. Oder um in der weitverstreuten Familie oder vielleicht auch mit der Hausärztin in Kontakt zu bleiben.

Unsere Forderungen

  • Ein Rechtsanspruch auf schnelles Internet für alle, der leicht und unbürokratisch durchsetzbar ist, mit der Zugangsgeschwindigkeit, die heute schon von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger genutzt wird.
  • Eine flächendeckende LTE-Mobilfunkversorgung, wobei in Regionen, die nicht bereits im Rahmen der Auflagen für die Frequenznutzung versorgt werden müssen, der Ausbau staatlich angeordnet werden muss.
  • Eine Überarbeitung des Bundesförderprogramms für den Breitbandausbau, mit einer klaren Priorisierung der Förderung für die am schlechtesten versorgten Regionen, in denen nicht mindestens 100 MBit/sec. im Download verfügbar sind.