Das gute Leben auf dem Land

Planen, Bauen, gut Wohnen

Ein Richtkranz weht im Wind. Wir Grüne im Bundestag wollen die Kommunen in der Bodenpolitik für lebenswerte und nachhaltige Städte und Gemeinden unterstützen. Wir brauchen Umwandlungsschutz, Vorkaufsrechte und Baugebote für mehr Gemeinwohl in klimafesten, attraktiven Orten und Städten.
unsplash | Sven Mieke
14.08.2021

Häuser im Dornröschenschlaf, hübsch gemauert. Verwunschene Höfe und Werkstätten, Wohnhäuser mit überwilderten Gärten. Sie stehen leer, weil Menschen weggezogen sind und ihre Betriebe zugemacht haben. Auch das: In Häusern, wo früher die Großfamilie Platz hatte, lebt heute nur noch ein älteres Ehepaar und fühlt sich unbehaglich mit so viel ungenutztem Wohnraum.

Wann zieht neues Leben ein?

Doch die Innenentwicklung der Dörfer ist nicht immer einfach. Ein Beispiel: Jemand entdeckt eine hübsche, kleine Scheune und möchte sie sich zu Wohnraum ausbauen: Wenn die Scheune im Außenbereich  - also außerhalb zusammenhängender Bebauung - steht, wird hier eine Wohnnutzung in der Regel nicht bewilligt. Einer von vielen guten Gründen für die Ablehnung: Hier gibt es weder eine Straße noch Strom, keine Wasserleitungen und kein Internet.

Steht die Scheune jedoch im Innenbereich, lohnt das Gespräch mit der Gemeinde. Sie muss dem Umbauwunsch planungsrechtlich zustimmen. Und es gibt durchaus viele Gemeinden, in denen solche Vorhaben sehr positiv aufgenommen und unterstützt werden. Denn die Sanierung alter Gebäude wirkt sich auch auf die Lebenskultur im Ort nachhaltig aus.

Grundsätzlich haben die Kommunen die Möglichkeit, ihre Innenentwicklung eigenständig zu planen, zum Beispiel auch ganze Neubaugebiete zu beschließen.

Als erfolgreich wird die Innenentwicklung oft dann empfunden, wenn das ganze Dorf an den Planungstisch geholt und im Gespräch partizipativ und transparent nach den bestmöglichen Lösungen gesucht wird.

Uns Grünen im Bundestag kommt es hier darauf an, dass bestehende Strukturen erhalten bleiben oder neu genutzt werden und Ortskerne im wahrsten Sinne des Wortes „belebt“ bleiben.

Unsere Forderungen
Eine neue Planungskultur und zielgenaue Förderprogramme für den Erhalt durch Veränderung:

  • transparentere Verfahren, an denen die Bürger*innen frühzeitig und umfassend beteiligt werden – und zwar schon bei den Fragen des „ob“, und nicht erst des „wie“.
  • das Programm „Lebendige Orte in Stadt und Land“, das darauf zielt Ortskerne wieder zu beleben und eine gute Mischung von Arbeit, Handel, Kultur und Wohnen zu erhalten und weiterzuentwickeln, aber auch Neues auszuprobieren.

Dazu gehört auch die Förderung von Wohnprojekten

  • zur Reaktivierung von Dorfkernen und alten Siedlungsstrukturen.
  • die als sozialer Anker im Dorf fungieren und inklusiv angelegt sind.