Das gute Leben auf dem Land

Zusammenhalt und Partizipation

Blick auf den Schriftzug "Dorfhaus" in Wietstock bei Anklam.
Blick auf den Schriftzug der Begegnungsstätte "Dorfhaus" in Wietstock bei Anklam. picture alliance | Stefan Sauer
14.08.2021

Wo die Dorfwirtschaft und das Lebensmittelgeschäft zugemacht haben, Arbeit mit langen Pendelstrecken verbunden ist und die Jungen schon lange fort sind, werden die Dörfer still.

An Orten ohne Angebote für Geselligkeit fehlt oft das Gefühl des Zusammenhalts. Ohne Austausch sinkt das Interesse an der Gemeinschaft. Einsamkeit, auch Wut und Frust können entstehen. Problematisch wird es, wenn sie zu einer undemokratischen Haltung führen. Gut, wenn es Strategien gibt, der Isolation zu begegnen.

Früher trafen wir uns in der Dorfwirtschaft. Und heute?

Wo Menschen zwanglos miteinander ins Gespräch kommen, kann die Gemeinschaft zusammenwachsen. Wer sich trifft, kann auch gemeinsam Ideen ersinnen, hat Lust, Verantwortung zu übernehmen.

Wer sich als Teil der Geminschaft empfindet, fühlt sich in seinem Dorf angenommen und angekommen. Wer weiß, wo er Hilfe bekommt, kann sorglos alt werden. Dörfer profitieren davon, wenn es die Möglichkeit gibt, Orte des Zusammenhalts zu erhalten oder aufzubauen.

Doch diese Orte, um sich zu treffen und es gut miteinander zu haben, kann man nicht von außen initiieren. Sie müssen aus dem Interesse der Bewohner*innen vor Ort erwachsen und zu ihnen und ihren Bedürfnissen passen. Es beginnt mit einem Austausch darüber, was fehlt. Und welche Ideen es bereits gibt. Viele Initiativen packen bereits an und gestalten das Miteinander in ihrer Gemeinde.

Unsere Forderungen

Wir Grüne im Bundestag setzen auf die Stärkung des Zusammenhalts in den Dörfern und Städten:

  • Funktionierende Ortskerne begreifen wir als öffentliches Gut. Sie bieten durch eine hohe Aufenthaltsqualität attraktiven Raum für Begegnung. Hier sollen die Belange aller, also auch von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen und Zugezogenen berücksichtigt werden.
  • Die Schaffung und Stärkung gemeinwohlorientierter Orte als förderfähige Querschnittsaufgabe in Programmen der Stadt- und Dorfentwicklung definieren.
  • Gemeinsam mit den Ländern und Kommunen gemeinwohlorientierte Orte, Flächen und Strukturen identifizieren und deren Bestand und Entwicklung bundeseinheitlich dokumentieren und regelmäßig evaluieren. So lässt sich der Bedarf gut darstellen und Förderprogramme ggf. anpassen.