Das gute Leben auf dem Land

Unternehmen und Fachkräfte

Klavierbauer sorgen für den richtigen Ton
.tmn0312 picture alliance | Pawel Sosnowski
14.08.2021

Arbeit gibt es in vielen ländlichen Regionen mehr als genug. Insofern ist es wirtschaftlich ein interessanter Gedanke, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen und in nächster Generation weiterzuführen. Eine große Herausforderung bei der Übernahme eines bestehenden Betriebs – oder einer Neugründung - ist es allerdings, Auszubildende und Mitarbeiter*innen zu gewinnen.

Zeit für den Ruhestand. Aber wer übernimmt meine Tischlerei?

Gute Handwerker*innen können sich aktuell aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Wer einstellen möchte, muss in abgelegenen Regionen mehr Fragen beantworten als nur die nach Gehalt, Arbeitszeit und Extras. Wie attraktiv ist ein Ort? Wie steht es um Kita, Schule und Freizeitangebote? Auch das zählt.

In den ländlichen Räumen haben erfolgreiche Unternehmer*innen daher oft viel Familiensinn und ein gutes Gespür für Nachhaltigkeit entwickelt. Sie bieten mit ihren Unternehmen Orte, an denen man gern arbeitet, weil die Lebensqualität und die Herausforderungen im Alltag der Mitarbeiter*innen mitgedacht werden. In Nachhaltigkeitsberichten weisen sie zum Teil das soziale Engagement, die Maßnahmen der Familienfreundlichkeit und der Mitarbeiter*innen-Bindung, die Transparenz im Kerngeschäft und die Zukunftspläne ihrer Unternehmen aus.

Ein Unternehmen, das erfolgreich an neue Inhaber*innen abgegeben wurde, ist ein starkes Symbol, das in die Zukunft weist. Daher ist es sinnvoll, dass die Kommunen und die Wirtschaftsförderung mittelständische Unternehmen beim Generationswechsel strategisch unterstützen. Für Unternehmensübernahmen stellen zum Beispiel viele Industrie- und Handelskammern gute Beratungsangebote mit Blick auf die regionalen Gegebenheiten zur Verfügung.

Unsere Forderungen

  1. Unternehmensnachfolger*innen erhalten die gleiche Unterstützung wie Gründer*innen, um in die Modernisierung und Neuausrichtung der Unternehmen investieren zu können.
  2. Die Zuwanderungsmöglichkeiten von qualifizierten Fachkräften und Personen, die sich im Handwerk qualifizieren möchten, werden vereinfacht.
  3. Für Auszubildende werden die Rahmenbedingungen für ein eigenständiges und auskömmliches Leben verbessert. Dazu gehören neben zeitgemäßen Ausbildungsplänen und bezahlbarem Wohnraum gute Mobilitätsmöglichkeiten, auch ohne Auto.