Wasser, Sanitär- und Hygiene

Menschenrecht auf Wasser

Hand in Nahaufnahme neben einem Wasserhahn
Mangelhafte Wasserversorgung zählt zu den weltweit größten Gesundheitsrisiken, das zeigt sich besonders in der Corona-Krise. Die Bundesregierung muss ihr Engagement im Bereich Wasser, Sanitär- und Hygiene (WaSH) verstärken. musiking / pixabay.com
15.05.2020
  • Wir fordern in unserem Antrag verstärkte Anstrengungen zur Umsetzung des Menschenrechts auf Wasser und des Nachhaltigkeitsziels 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung für alle.
  • Die Bedeutung des Themas zeigt sich verstärkt durch die Corona-Krise: Ohne die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, können die Hygieneempfehlungen zur Eindämmung des Virus nicht eingehalten werden. Davon sind besonders Menschen im Globalen Süden betroffen.
  • Die Bundesregierung soll den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung ausbauen und vor allem marginalisierte und unterversorgte Bevölkerungsgruppen in Stadt und Land in den Fokus nehmen.

Fehlender Wasserzugang als globales Gesundheitsrisiko

Nach wie vor haben ein Viertel aller Menschen auf der Erde keinen Zugang zu sauberem Wasser. Und weit mehr als die Hälfte aller Menschen haben keine würdige Sanitärversorgung. Selbst in reicheren Ländern werden circa 40 Prozent der Abwässer nicht angemessen behandelt. 3,4 Millionen Menschen sterben laut Angaben der Vereinten Nationen jährlich an Krankheiten, die auf verunreinigtes Trinkwasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Von all dem besonders betroffen sind Kinder und Frauen.

Wasser birgt durch eine starke Übernutzung und ungerechte Verteilung zudem ein hohes Konfliktpotential, das durch die Klimakrise zusätzlich verschärft wird. Durch frühzeitiges und angepasstes Wassermanagement können Konflikte vermindert werden.

Die derzeitige Covid-19-Pandemie zeigt zudem nachdrücklich, wie wichtig regelmäßiges Händewaschen ist, um sich vor einer Erkrankung zu schützen.

Kohärente Wasserpolitik für eine nachhaltige Entwicklung

Die 2019 verabschiedete Wasserstrategie des Entwicklungsministeriums (BMZ) berücksichtigt zwar viele zuvor genannte Aspekte. Sinkende finanzielle Zuwendungen und ein Mangel an Abstimmung sowie fehlende Wirkungsorientierung stellen jedoch den politischen Willen in Frage, mit der die Strategie umgesetzt wird. Die Bundesregierung muss ihr Engagement im Bereich Wasser, Sanitär- und Hygiene (WaSH) daher verstärken, besser koordinieren und vor allem marginalisierte und unterversorgte Bevölkerungsgruppen in Stadt und Land in den Fokus nehmen. In den Plänen des BMZ soll das Thema Wasser künftig in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit jedoch mit immer weniger Ländern eine Rolle spielen.

Wasser ist staatliche Daseinsfürsorge und keine Ware

Es braucht vor allem einen bezahlbaren, sicheren Zugang zu sauberem Wasser für alle Menschen. Wasser ist keine Ware. Wasser und Sanitärversorgung für alle ist eine Kernaufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Als solche sollten wir sie auch behandeln.

Ottmar von Holtz MdB

Es braucht mehr Unterstützung für kleine kommunale Wasserprojekte im Globalen Süden. Dabei wollen wir die Beteiligung lokaler Gemeinschaften an Wasser- und sanitären Versorgungsstrategien wie beispielsweise lokale Wasser- sowie Hygienekomitees und Instandhaltungskomitees sicherstellen und geschlechtergerecht ausgestalten. Der Menschenrechtsbericht der Bundesregierung verpflichtet zudem zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit, inkusive Berichterstattung und Evaluierung. Die EZ-Anstrengungen im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene müssen dieser Verpflichtung angepasst werden.