Lebensmittelverschwendung

Anti-Wegwerf-Gesetz gegen die Lebensmittelverschwendung

Eine Frau hält eine Kiste mit erkennbar älteren, aber noch gebrauchbaren Lebensmitteln.
Die Bundesregierung verschleppt das Thema Lebensmittelverschwendung, denn sie setzt weiterhin auf Runde Tische und Freiwilligkeit. Wir legen mit unserem Antrag konkrete Forderungen vor, zum Beispiel ein Anti-Wegwerf-Gesetz. dpa
23.10.2019
  • Bis zu ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion geht auf dem Weg zwischen Acker und Teller verloren. Auch in Deutschland ist das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung enorm: 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel landen pro Sekunde in der Tonne.
  • Lebensmittelverschwendung geht massiv zu Lasten von Umwelt und Klima. In der persönlichen Klimabilanz schlägt die Lebensmittelverschwendung mit einem Fünftel zu Buche.
  • Wir Grüne im Bundestag haben einen Antrag zur Verhinderung von Lebensmittelverschwendung ins Parlament eingebracht einen Antrag zur Verhinderung von Lebensmittelverschwendung ins Parlament eingebracht. Darin fordern wir ein Anti-Wegwerf-Gesetz, um verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einzuführen und das Wegwerfen von noch guten Lebensmitteln zu unterbinden.

Ernährungsministerin Klöckner bleibt auch beim Thema Lebensmittelverschwendung bei ihrer Politik der Ankündigungen und Unverbindlichkeiten. Vor allem verschleppt sie mit ihren Runden Tischen, die teilweise dieses Jahr überhaupt noch nicht starten, das Thema weiterhin. So ist das Ziel, die Lebensmittelverschwendung innerhalb der nächsten elf Jahre zu halbieren, nicht zu schaffen.

Dabei ist dieses Ziel sowohl durch die internationalen Nachhaltigkeitsziele als auch von der EU vorgegeben. Schon im nächsten Jahr muss Deutschland gegenüber der EU-Kommission Bericht erstatten über die Lebensmittelabfälle in Deutschland.

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung ist in Deutschland enorm

Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland ist enorm: 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel landen pro Sekunde in der Tonne – von der Erzeugung auf dem Feld über Einzelhandel und Kantinen bin in den Haushalt. Das ist nicht nur aus ethischer Sicht unverantwortlich, sondern geht auch massiv zu Lasten von Umwelt und Klima. Denn so werden 2,6 Millionen Hektar – eine Fläche vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern – quasi „umsonst“ bewirtschaftet. Weltweit gehen laut Weltklimarat bis zu ein Drittel der Nahrungsmittelproduktion durch Lebensmittelverschwendung verloren.

Damit die Lebensmittelverschwendung in Deutschland bis zum Jahr 2030 halbiert wird, muss jetzt gehandelt werden. Wir Grüne im Bundestag haben mit unserem Antrag „Lebensmittelverschwendung stoppen“ konkrete Vorschläge dafür vorgelegt.

Forderungen der grünen Bundestagsfraktion zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

  • Verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.
  • Ein „Anti-Wegwerf-Gesetz“, das Lebensmittelmärkte und Lebensmittelproduzenten verpflichtet, noch genießbare Lebensmittel abzugeben.
  • Lebensmittelspenden an gemeinnützige Organisationen erleichtern, indem klargestellt wird, dass dafür keine Steuern anfallen.
  • Überflüssige Handels- und Qualitätsnormen (zum Beispiel für „zu kleine“ Äpfel) überprüfen.
  • Offenlegungs- und Transparenzpflichten für Lebensmittelproduktion, -handel und Außer-Haus-Verpflegung einführen.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum stärker an den tatsächlichen Verderb annähern und für sehr langlebige Lebensmittel abschaffen.
  • Containern straffrei machen.
  • Regionale Lebensmittelproduktion und Vermarktungsstrukturen stärken.
  • Klasse fördern statt auf Verschwendung zu produzieren.
  • Ernährungsbildung an Schulen und Kitas fördern, um Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.