Gesunde Lebensmittel

Der Nutriscore kommt

Bunte Nährwertampel mit den Buchstaben von A bis E
Ministerin Klöckner hat die Einführung einer Nährwertkennzeichnung lange blockiert und ausgebremst. Doch nun hat eine von ihr beauftragte Verbraucherbefragung gezeigt, was Studien und Erfahrungen aus anderen Ländern schon lange bewiesen haben: Der sogenannte Nutriscore ist für Verbraucherinnen und Verbraucher verständlich und hilfreich. gemeinfrei
30.09.2019
  • Gut essen ist im Alltag oft nicht einfach. Herauszufinden, wie viel Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln stecken, gleicht Detektivarbeit. Deshalb setzen wir uns seit langem für eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf allen Fertigprodukten ein.
  • Nach jahrelanger Blockade von Lebensmittelwirtschaft und Bundesregierung gegen eine Kennzeichnung mit Ampelfarben hat Ernährungsministerin Klöckner nun endlich grünes Licht für den sogenannten „Nutriscore“ gegeben.
  • Damit die Kennzeichnung mit dem Nutriscore sich tatsächlich durchsetzt, setzen wir uns auf EU-Ebene dafür ein, dass er zur verpflichtenden Kennzeichnung wird.

Wir wollen es den Menschen leichter machen, gut zu essen. Dafür braucht es auch die Politik. Wir wollen mehr Transparenz beim Lebensmitteleinkauf schaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick versteckten Zucker oder Dickmacher erkennen können. Eine leicht verständliche Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln schafft Klarheit beim Einkauf und gleichzeitig einen Anreiz für die Unternehmen, gesündere Lebensmittel anzubieten.

VerbraucherInnen für Nutriscore

Jetzt hat Ministerin Klöckner es noch einmal schwarz auf weiß: Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen die in Frankreich, Belgien und Spanien bereits eingeführte Nährwertampel in Form des „Nutriscores“. Der Nutriscore ist eine Nährwertkennzeichnung, die ein Lebensmittel auf einer fünfstufigen Skala und anhand von Ampelfarben – von einem grünen A bis zu einem roten E – bewertet. Dabei werden einzelne Inhaltsstoffe wie Zucker oder Fett berücksichtigt, aber auch positive Kriterien wie beispielsweise der Obst- oder Gemüseanteil. Andere Modelle, die in der vom BMEL in Auftrag gegebenen Verbraucherstudie untersucht wurden und ohne Ampelfarben auskommen, wurden als weniger hilfreich und verständlich bewertet.

Klöckner muss jetzt auch in Brüssel Klarheit schaffen

Ministerin Klöckner hat eine Kennzeichnung in Ampelfarben lange Zeit blockiert, doch jetzt lässt ihr ihre eigene Umfrage keine andere Wahl mehr. Sie muss jetzt schnellstmöglich für Rechtssicherheit für die Unternehmen sorgen, die Nutriscore einführen wollen, denen aber bisher die Rechtsgrundlage dafür fehlte. Und sie muss sich in der EU dafür einsetzen, dass der Nutriscore zur verpflichtenden Kennzeichnung wird.

Um gesundes Essen leichter zu machen, braucht es aber auch noch mehr als eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung. Deswegen wollen wir eine umfassende Ernährungsstrategie auf den Weg bringen und an vielen Punkten ansetzen: besseres Essensangebot von Kitas bis zur Kantine, lokale Lebensmittelversorgung in der Stadt, Ernährungsbildung, Lebensmittelmarketing, Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten sowie steuerliche Anreize.