Gesunde Lebensmittel

Nährwertampel endlich einführen

Bunte Nährwertampel mit den Buchstaben von A bis E
Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Klarheit beim Einkauf. Sie sprechen sich für eine einfache Ampelkennzeichnung in Form des Nutriscores aus. Ministerin Klöckner darf die Einführung des Nutriscores nicht länger blockieren. gemeinfrei
15.08.2019
  • Gut essen ist im Alltag oft nicht einfach. Herauszufinden, wie viel Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln stecken, gleicht Detektivarbeit. Deshalb wollen wir eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf allen Fertigprodukten.

  • Ampelfarben sollen versteckten Zucker oder ungesunde Dickmacher auf einen Blick sichtbar machen.

  • Wir Grüne im Bundestag wollen den sogenannten „Nutriscore“, der bereits in Frankreich, Belgien und Spanien genutzt wird, auch in Deutschland einführen. Auf EU-Ebene setzen wir uns für eine verpflichtende Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ein.

Wir wollen es den Menschen leichter machen, gut zu essen. Für gesundes Essen braucht es auch die Politik. Wir wollen mehr Transparenz beim Lebensmitteleinkauf schaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick versteckten Zucker oder Dickmacher erkennen können. Eine leicht verständliche Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln schafft Klarheit beim Einkauf und gleichzeitig einen Anreiz für die Unternehmen, gesündere Lebensmittel anzubieten.

Transparenz schaffen beim Einkauf

Die aktuelle Verbraucherumfrage von foodwatch zeigt: Sieben von zehn Verbraucherinnen und Verbrauchern bevorzugen die in Frankreich, Belgien und Spanien bereits eingeführte Nährwertampel in Form des „Nutriscores“. Der Nutriscore ist eine Nährwertkennzeichnung, die ein Lebensmittel auf einer fünfstufigen Skala und anhand von Ampelfarben – von einem grünen A bis zu einem roten E – bewertet. Dabei werden einzelne Inhaltsstoffe wie Zucker oder Fett berücksichtigt, aber auch positive Kriterien wie beispielsweise der Obst- oder Gemüseanteil. Das im Auftrag von Ernährungsministerin Klöckner entwickelte Modell, das ohne Ampelfarben auskommt, wurde als weniger hilfreich und verständlich bewertet.

Klöckner darf Nutriscore nicht weiter verschleppen

Ministerin Klöckner hat eine Kennzeichnung in Ampelfarben lange Zeit blockiert und spielt weiterhin auf Zeit. Die von ihr derzeit durchgeführte Verbraucherbefragung wäre angesichts der vielen bereits durchgeführten Untersuchungen nicht mehr nötig, sondern ist eine Verzögerungsstrategie. Damit lässt sie nicht nur die Verbraucherinnen und Verbraucher im Stich, sondern auch die Unternehmen, die den Nutriscore bereits einführen wollen, denen dafür aber aufgrund eines Gerichtsurteils die rechtliche Grundlage fehlt.

Wir meinen:

  • Die Bundesregierung muss endlich den Weg frei machen für eine nationale, freiwillige Nährwertampel in Form des Nutriscores. Diese Kennzeichnung ist derzeit in Europa am weitesten verbreitet und hat sich in Studien als leicht verständlich und gute Hilfestellung beim Einkauf bewiesen.
  • Wir setzen uns auf europäischer Ebene für eine verpflichtende Ampelkennzeichnung ein. Eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung sollte auf allen Fertigprodukten zu finden sein. Wir unterstützen daher die europäische Bürgerinitiative „Pro Nutriscore“.
  • Wir wollen eine umfassende Ernährungsstrategie auf den Weg bringen, damit gute Ernährung im Alltag für alle Menschen machbar ist. Dafür müssen wir an vielen Punkten ansetzen: besseres Essensangebot von Kitas bis zur Kantine, lokale Lebensmittelversorgung in der Stadt, Ernährungsbildung, Lebensmittelmarketing, Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten sowie steuerliche Anreize.