Gesunde Lebensmittel

Nutriscore europäisch verankern

Bunte Nährwertampel mit den Buchstaben von A bis E
Nach jahrzehntelanger Debatte wird in Deutschland nun endlich eine transparente Nährwertampel für Lebensmittel - der sogenannte Nutriscore - eingeführt. Der Bundesrat stimmte Ende Juni 2021 der entsprechenden Verordnung zu. gemeinfrei
28.06.2021
  • Gut essen ist im Alltag oft nicht einfach. Herauszufinden, wie viel Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln stecken, gleicht Detektivarbeit. Deshalb setzen wir uns seit langem für eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf allen Fertigprodukten ein.
  • Nach jahrelanger Blockade von Lebensmittelwirtschaft und Bundesregierung gegen eine Kennzeichnung mit Ampelfarben hat Ernährungsministerin Klöckner endlich grünes Licht für den sogenannten „Nutriscore“ gegeben.
  • Damit die Kennzeichnung mit dem Nutriscore sich tatsächlich durchsetzt, setzen wir uns auf EU-Ebene dafür ein, dass er zur verpflichtenden Kennzeichnung wird.

Wir wollen es den Menschen leichter machen, gut zu essen. Dafür braucht es auch die Politik. Wir wollen mehr Transparenz beim Lebensmitteleinkauf schaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick versteckten Zucker oder Dickmacher erkennen können. Eine leicht verständliche Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln schafft Klarheit beim Einkauf und gleichzeitig einen Anreiz für die Unternehmen, gesündere Lebensmittel anzubieten.

Verbraucher*innen für Nutriscore

Seit Verabschiedung der entsprechenden Verordnung im Oktober 2020 ist der Weg frei für die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem sogenannten Nutriscore. Damit kommt nach jahrzehntelanger Debatte endlich eine transparente Nährwertampel in die deutschen Supermärkte. Der Nutriscore ist eine Nährwertkennzeichnung, die ein Lebensmittel auf einer fünfstufigen Skala und anhand von Ampelfarben – von einem grünen A bis zu einem roten E – bewertet. Dabei werden einzelne Inhaltsstoffe wie Zucker oder Fett berücksichtigt, aber auch positive Kriterien wie beispielsweise der Obst- oder Gemüseanteil. Andere Modelle, die in einer vom Ernährungsministerium in Auftrag gegebenen Verbraucherstudie untersucht wurden und ohne Ampelfarben auskommen, wurden als weniger hilfreich und verständlich bewertet.

Klöckner muss jetzt auch in Brüssel Klarheit schaffen

Ministerin Klöckner hat eine Kennzeichnung in Ampelfarben lange Zeit blockiert, doch schließlich ließen ihr die Umfrageergebnisse keine andere Wahl mehr. Jetzt wird sich herausstellen, wie der Nutriscore von der Lebensmittelwirtschaft angenommen wird. Denn nach europäischem Recht kann er derzeit in Deutschland nur als freiwillige Kennzeichnung eingeführt werden. Damit er sich tatsächlich durchsetzt und nicht nur von den Herstellern eingeführt wird, bei denen die Ampel auf Grün steht, muss sich Ministerin Klöckner in der EU dafür einsetzen, dass der Nutriscore zur verpflichtenden Kennzeichnung wird. Gleichzeitig muss er durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet und der dahinterstehende Algorithmus regelmäßig überprüft und angepasst werden. Um gesundes Essen leichter zu machen, braucht es aber auch noch mehr als eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung. Deswegen wollen wir eine umfassende Ernährungsstrategie auf den Weg bringen und an vielen Punkten ansetzen: besseres Essensangebot von Kitas bis zur Kantine, lokale Lebensmittelversorgung in der Stadt, Ernährungsbildung, Lebensmittelmarketing, Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten sowie steuerliche Anreize.