Lebensmittelhandel

Verantwortung für Menschenrechte ernst nehmen

Ein Korb mit Gemüse
Deutsche Supermärkte hinken beim Thema Lieferkettenverantwortung hinterher. Das zeigt der aktuelle Supermarktcheck von Oxfam. Brooke Cagle / Unsplash
04.07.2019

Bananen aus Costa Rico, Trauben aus Südafrika, Kakao von der Elfenbeinküste – unser Supermarkteinkauf ist global. Doch wie die Produktionsbedingungen vor Ort sind, ob die Arbeiterinnen und Arbeiter von ihrem Lohn leben können oder genügend vor Gesundheitsgefahren zum Beispiel durch Pestizide geschützt sind, bleibt beim Einkauf im Dunkeln. Das gilt nicht nur für Anbaugebiete im globalen Süden, sondern auch in europäischen Anbaugebieten, wo jede Menge Obst und Gemüse für den deutschen Markt angebaut wird - auch dort gibt es teilweise unwürdige Arbeitsbedingungen. Der Supermarktcheck von Oxfam zeigt nun erneut, dass wir uns als Kundinnen und Kunden nicht darauf verlassen können, dass deutsche Supermärkte ihrer Verantwortung innerhalb der Lieferkette gerecht werden. Trotz einiger Verbesserungen gegenüber dem letzten Supermarktcheck hinken die deutschen Supermärkte insbesondere beim Schutz von Arbeitsrechten hinterher.

Jedes Lebensmittel muss aus fairen Arbeitsbedingungen stammen

Das zeigt: Die Supermärkte müssen mehr tun. Sie müssen sicherstellen, dass in ihren Lieferketten Menschenrechte eingehalten werden. Billigpreise dürfen nicht durch Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern erkauft werden. Unser Ziel muss sein: Jedes Lebensmittel, das bei Rewe, Edeka, Aldi, Lidl und Co. über das Kassenband geht, muss aus fairen Arbeitsbedingungen stammen.

Aber auch die Bundesregierung steht in der Pflicht. Sie muss sich der Marktkonzentration im Einzelhandel entgegenstellen und Unternehmen dazu verpflichten, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten entlang ihrer Lieferkette einzuhalten. Unternehmen dürfen nicht wegschauen, wenn ihre Lieferanten weniger als Mindestlöhne zahlen, Arbeitszeiten nicht einhalten oder ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Schutzkleidung mit Giften hantieren lassen. Dafür braucht es ein Gesetz und Sanktionen bei Nichteinhaltung. Entwicklungsminister Müller muss seinen Ankündigungen für ein solches Gesetz endlich Taten folgen lassen.