NS-Verbrechen

80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf Griechenland

Mahnmal von Karakolithos
Am 6. April 1941 überfiel die Wehrmacht Griechenland. Es folgten grausame Verbrechen an der griechischen Bevölkerung. Wir wissen um diese Schuld und unsere historische Verantwortung. Wir wollen die erinnerungspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland intensivieren. Im Bild: Mahnmal für die Opfer des Wehrmachts-Massakers in Karakolithos, Mittelgriechenland. picture alliance / ANE | ANE
25.03.2021
  • Am 6. April 1941 überfiel die Wehrmacht Griechenland. Bis 1944 begingen Wehrmacht, SS und Gestapo grausame Verbrechen an der griechischen Bevölkerung.
  • Wir Grünen wissen um die historische Schuld Deutschlands und bekennen uns zu dieser historischen Verantwortung, die bis heute ungebrochen fortbesteht. Wie verneigen uns aufrichtig vor den Opfern und ihren Angehörigen.
  • Wir wollen den europäischen Zusammenhalt weiter stärken und die erinnerungspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland intensivieren.

Die Ermordung nahezu der gesamten jüdischen Gemeinde, unzählige Massaker an der Zivilbevölkerung, die Zerstörung ganzer Dörfer, die gnadenlose Ausbeutung der Wirtschaft sowie Hunderttausende Tote sind die schmerzhafte Hinterlassenschaft der deutschen Besatzung in Griechenland. Bis heute sind die nationalsozialistischen Verbrechen von damals tief im kollektiven Gedächtnis Griechenlands und in der Erinnerung der Hinterbliebenen und ihrer Familien verankert.

Respekt und Augenhöhe sind für Europas Zusammenhalt essenziell

Uns Grünen ist es wichtig, mit Respekt und auf Augenhöhe unseren europäischen Partnern zu begegnen. Bis heute belastet jedoch der schroffe Umgang Deutschlands mit den griechischen Forderungen nach Reparations- und Entschädigungszahlungen die Beziehungen beider Länder. Trotz der immensen deutschen Schuld wurden die griechischen Anliegen zum überwiegenden Teil entweder vertagt, umgangen oder brüsk zurückgewiesen. Während für die Bundesregierung die Frage von Reparationen und Entschädigungen rechtlich und politisch abgeschlossen ist, hat Griechenland sie nie als erledigt betrachtet.

Gemeinsame Antworten auf noch offene Fragen finden

Wir Grüne wollen anerkennen, dass - aus griechischer Sicht - die Frage zu keinem Zeitpunkt abschließend geregelt wurde. Die Anerkennung dessen ist nicht mit einer Anerkennung der griechischen Positionen und Forderungen gleichzusetzen. Auf die griechischen Anliegen darf aber künftig nicht mehr nur mit lautem Schweigen und Zurückweisung geantwortet werden. Vielmehr sollte aus einer historischen, moralischen und politischen Verantwortung heraus versucht werden, gemeinsame Antworten auf noch offene Fragen zu finden.

Die erinnerungspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland intensivieren

Wir fordern eine neue erinnerungspolitische Initiative der Bundesregierung mit konkreten Vorschlägen, unter anderem in Bezug auf:

  • einen neuen Umgang mit der Rückzahlungsforderung Griechenlands in Bezug auf die sogenannte Zwangsanleihe (einem Zwangskredit, den die deutsche Besatzung Griechenland auferlegt hatte);
  • Kompensationszahlungen sowie individuelle Entschädigungszahlungen für die Opfer der NS-Verbrechen und ihre Kinder, die bislang noch nicht oder unzureichend entschädigt wurden;
  • notwendige (sozial-medizinische) Unterstützung für noch lebende Opfer und ihre Kinder,
  • Restitutionen und aktive Unterstützung gegenüber den jüdischen Gemeinden;
  • Zukunftsinvestitionen für die Städte, Dörfer und Regionen, die unter deutscher Besatzung schwer gelitten und vollständig oder teilweise zerstört wurden, bislang dafür aber nie entschädigt wurden;
  • weitere zivilgesellschaftliche Solidaritäts- und Erinnerungsprojekte, die die Bedürfnisse und Interessen der griechischen Seite noch stärker berücksichtigen und auch die jüngere Generation einbeziehen.

Mit dem Anklicken bauen Sie eine Verbindung zu den Servern des Dienstes YouTube auf, und das Video wird abgespielt. Datenschutzhinweise dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bundestagsrede Manuel Sarrazin MdB vom 25.3.2021

Mit dem Anklicken bauen Sie eine Verbindung zu den Servern des Dienstes YouTube auf, und das Video wird abgespielt. Datenschutzhinweise dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bundestagsrede Claudia Roth MdB vom 25.3.2021