Klimaneutrale Wissenschaft

Der Klima-Campus als Ideenfabrik

Mehrere blaue Globen hängen hintereinander vor einem Hintergrund, der Ziffern zeigt
Das Verfassungsgericht stellte fest, dass Deutschland ambitionierteren Klimaschutz betreiben muss. Dazu kann insbesondere die Wissenschaft beitragen. Nicht nur durch wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch durch gelebten Klimaschutz auf dem Campus. PIRO4D / Pixabay
06.05.2021
  • Wir wollen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu Leuchttürmen der Klimagerechtigkeit machen, deren Strahlkraft in die Breite der Campus-Landschaft und darüber hinaus reicht.
  • Viele Hochschulgelände gleichen einer eigenen Stadt – und haben auch einen vergleichbaren C02-Ausstoß. Doch hier können neue Lösungen für mehr Nachhaltigkeit erprobt werden und den Weg weisen in eine bessere Zukunft für Mensch und Umwelt.
  • Der Campus soll zu einem echten Reallabor für die Klimaneutralität werden und mit Förderprogrammen des Bundes unterstützt werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Um die Freiheit junger Menschen und nachfolgender Generationen zu sichern, ist ein wesentlich ambitionierterer Klimaschutz als bisher erforderlich. Einen bedeutenden Beitrag dazu leistet die Wissenschaft. Sie liefert nicht nur die Erkenntnisse zur Bekämpfung der Klimakrise - wir Grüne im Bundestag wollen den Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch ermöglichen, Ideen für ihre eigene Klimaneutralität auf den Campussen entstehen zu lassen.

Der klimaneutrale Campus von morgen

Wie soll der Campus von Morgen aussehen? Gebäude werden klimafreundlich und energieeffizient saniert, Wohnheime auf den Stand der Zeit gebracht, Verwaltungen digitalisiert und damit klimafreundlicher und Forschung zu Klimakrise sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt.

Der Campus wird so zum Experimentierraum für reale Veränderungen, der stark mit seiner Umwelt vernetzt ist und Strahlkraft in die ganze Region entwickelt. Gerade wenn hier klima- und umweltwissenschaftliche Perspektiven mit ingenieurs-, sozial-, geisteswissenschaftlichen und anderen Disziplinen in Verbindung gesetzt werden und zugleich Erfahrungswissen aus der Praxis zurück in die Forschung fließt, öffnen sich neue Perspektive, die wir brauchen, um die Klimakrise zu bewältigen.

An dem Ort, an dem die wichtigsten Erkenntnisse über die voranschreitende Klimakrise entstehen, sollen auch die Ideen zur Klimaneutralität in die Praxis gelangen. Einige dieser Ideen werden schon an Hochschulen und Forschungseinrichtungen umgesetzt, andere Ideen von Studierenden und Forschenden noch nicht. Häufig mangelt es an der finanziellen Unterstützung.

Fördern und forschen

Darum wollen wir Grüne im Bundestag eine Förderlinie für Hochschulen, Universitäten und Universitätsklinika und eine Förderung für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Damit ebnen wir den Weg zur Klimaneutralität in den Bereichen Forschung und Innovation, Studium und Lehre, Transfer und Vernetzung, Infrastruktur und Betrieb, Mobilität und Austausch sowie Personal und Governance. Dafür können die Organisationen ein Gesamtkonzept vorlegen, um gute Ideen auch in die Tat umzusetzen.

Dabei sind alle Personengruppen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu beteiligen und ihre Anliegen und Perspektiven ernst zu nehmen. Jede*r Instituts- und Hochschulangehörige kann eigene Expertise einbringen und im Alltag etwas für Klimaneutralität tun – von der Studierendeninitiative über die Hausmeister*innen bis zum Präsidium.

Die Hochschule liegt nicht unter einer Käseglocke, sondern ist eng mit der Stadtgesellschaft vernetzt. Gerade in kleineren und mittelgroßen Städten sind Hochschulen oft das kreative Zentrum für Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Viele Ideen und Modellprojekte für eine klimaneutrale Hochschule können auch jenseits des Campus Impulse für Nachhaltigkeit und Klimaschutz geben.