Klimaneutrale Wissenschaft

Der Campus als Reallabor für die nachhaltige Gesellschaft

Mehrere blaue Globen hängen hintereinander vor einem Hintergrund, der Ziffern zeigt
Aus der Wissenschaft stammen die Erkenntnisse zur Bekämpfung der Klimakrise. Wir Grüne möchten Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglichen, Ideen für Klimaneutralität auf ihren Geländen zu entwickeln und auch umzusetzen. PIRO4D / Pixabay
09.12.2020
  • Wir wollen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu Leuchttürmen der Klimagerechtigkeit machen, deren Strahlkraft in die Breite der Campus-Landschaft und darüber hinaus reicht.
  • Viele Hochschulgelände gleichen einer eigenen Stadt – und haben auch einen vergleichbaren C02-Ausstoß. Doch hier können neue Lösungen für mehr Nachhaltigkeit erprobt werden und den Weg weisen in eine bessere Zukunft für die Menschheit und die Umwelt.
  • Der Campus kann zu einem echten Reallabor für die Klimaneutralität werden und deswegen mit Förderprogrammen des Bundes unterstützt werden.

Wie soll der Campus von Morgen aussehen? Wenn es nach den Grünen im Bundestag geht, dann werden die Gebäude klimafreundlich und energieeffizient saniert, Wohnheime auf den Stand der Zeit gebracht, Verwaltungen digitalisiert und damit klimafreundlicher und Forschung zu Klimakrise sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt. Der Campus wird so zum Experimentierraum für reale Veränderungen, der stark mit seiner Umwelt vernetzt ist und Strahlkraft in die ganze Region entwickelt. Gerade wenn hier klima- und umweltwissenschaftliche Perspektiven mit ingenieurs-, sozial-, geisteswissenschaftlichen und anderen Disziplinen in Verbindung gesetzt werden und zugleich Erfahrungswissen aus der Praxis zurück in die Forschung fließt, öffnen sich neue Perspektive, die wir brauchen um die Klimakrise zu bewältigen. An dem Ort, an dem die wichtigsten Erkenntnisse über die voranschreitende Klimakrise entstehen, sollen auch die Ideen zur Klimaneutralität in die Praxis gelangen. Einige dieser Ideen werden schon an Hochschulen und Forschungseinrichtungen umgesetzt, andere Ideen von Studierenden und Forschenden noch nicht. Häufig mangelt es an der finanziellen Unterstützung.

Darum wollen wir Grüne eine Förderlinie für Hochschulen, Universitäten und Universitätsklinika und eine Förderung für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Damit ebnen wir den Weg zur Klimaneutralität in den Bereichen Forschung und Innovation, Studium und Lehre, Transfer und Vernetzung, Infrastruktur und Betrieb, Mobilität und Austausch sowie Personal und Governance. Dafür können die Organisationen ein Gesamtkonzept vorlegen, um gute Ideen auch in die Tat umzusetzen.

Dabei sind alle Personengruppen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu beteiligen und ihre Anliegen und Perspektiven ernst zu nehmen. Jede*r Instituts- und Hochschulangehörige kann eigene Expertise einbringen und im Alltag etwas für Klimaneutralität tun – von der Studierendeninitiative über die Hausmeister*innen bis zum Präsidium.

Die Hochschule liegt nicht unter einer Käseglocke, sondern ist eng mit der Stadtgesellschaft vernetzt. Gerade in kleineren und mittelgroßen Städten sind Hochschulen oft das kreative Zentrum für Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Viele Ideen und Modellprojekte für eine klimaneutrale Hochschule können auch jenseits des Campus Impulse für Nachhaltigkeit und Klimaschutz geben.