Equal Pay Day 2017 Frauen haben den gleichen Lohn verdient

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" - Protestaktion am Mittwoch (13.07.2011) in Berlin zur 3. Tarifverhandlung im Gebäudereiniger-Handwerk. Im Rahmen der Demonstration werden Gebäudereiniger das «Bundes-Putztuch» vor dem Hotel Intercontinental präsentiere
Diese Jahr ist der Equal Pay Day am 18. März. Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen statistisch gesehen "unbezahlt", vergleicht man ihr Gehalt mit dem der männlichen Kollegen. Das Bild zeigt eine Protestaktion 'gleicher Lohn für gleiche Arbeit' der GebäudereinigerInnen in Berlin.

Dieses Jahr ist der Equal Pay Day am 18. März. Bis zu diesen Tag im Jahr arbeiten Frauen statistisch gesehen „unbezahlt“, vergleicht man ihr Gehalt mit dem der männlichen Kollegen. Das Statistische Bundesamt versuchte jüngst, das ganze etwas ‚aufzuhübschen‘: denn im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Gehaltslücke um ein Prozent gesunken. Aktuell verdienen Arbeitnehmerinnen brutto nur noch 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In den letzten Jahren hatte der Abstand 22 Prozent betragen. Ein Grund zum Jubeln? Sicher nicht. Die höchsten Unterschiede finden sich in den Bereichen Medizin und Recht, in der IT-Branche sind sie deutliche geringer.

Lohnlücke: EU-weit Deutschland fast an letzter Stelle

Deutschland steht mit seiner Lohnlücke an drittletzter Stelle im Vergleich aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Das ist nicht akzeptabel. Und es hat weitreichende Folgen. Niedrige Einkommen führen zu niedrigen Rentenbeiträgen und so zu kleinen Renten. Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen liegt in Deutschland bei 45 Prozent, das heißt in Deutschland sind die Renten von Frauen 45 Prozent niedriger als die der Männer.

Gesetzentwurf der Bundesregierung: Nicht der Rede wert

Trotz großer Ankündigung ist Ministerin Schwesigs Gesetzentwurf inzwischen als schwarz-roter Bettvorleger gelandet.

Statt fairer Löhne für Frauen gibt es etwas mehr Einblick in die Höhe der Entgelte. Allerdings hat darauf lange nicht jede ein Anrecht, sondern nur Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Angestellten. Das heißt, 60 Prozent der Frauen haben davon überhaupt nichts. Und auch die übrigen 40 Prozent können bestenfalls erfahren, ob sie fair bezahlt werden.

Damit greift der Gesetzentwurf viel zu kurz, denn die meisten Frauen arbeiten in kleineren und mittleren Betrieben. Gleichzeitig ist die Entgeltlücke in größeren Unternehmen, insbesondere in solchen, die tarifgebunden sind und in denen Mitbestimmung herrscht, viel geringer als in kleineren, nicht mitbestimmten.

Fazit: Gesetz nur mit Verbandsklagerecht

Was wir brauchen, ist ein wirksames Gesetz, das für alle Frauen gilt. Außerdem muss dieses Gesetz ein wirksames Verbandsklagerecht enthalten, damit Frauen nicht weiterhin auf den schwierigen individuellen Klageweg verwiesen werden. Entsprechende Vorschläge hat die Bundestagsfraktion in einem Antrag gemacht.

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