Gleichberechtigung

Frauen in Führungspositionen im Gesundheitssystem

Digitales Gesundheitswesen, eine Krankenschwester mit einem Tablet PC
Frauen sind in der Beschäftigung im Gesundheitssystem überrepräsentiert, in Entscheidungs- und Führungsposition hingegen deutlich unterrepräsentiert. Wir Grüne im Bundestag wollen ein Gesundheitssystem für alle, in dem Frauen gleichberechtigt mitentscheiden. pa / Bildagentur-online/Tetra-Images
05.07.2021
  • Frauen sind in der Beschäftigung im Gesundheitssystem überrepräsentiert, in Entscheidungs- und Führungsposition hingegen deutlich unterrepräsentiert.
  • Die Expertise und Perspektive von Frauen trägt zu mehr Qualität und Gerechtigkeit bei.
  • Wir Grüne im Bundestag fordern Frauenquoten und verbindliche Vorgaben für die Repräsentation von Frauen für ein geschlechtergerechtes Gesundheitssystem.

Im Gesundheitswesen sind Frauen gut repräsentiert – so könnte man meinen – zumindest, wenn man die Beschäftigten zählt. Doch in den Chefetagen des Gesundheitswesens zeigt sich ein gegenteiliges Bild. Hier dominieren Männer, wie die aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage unserer Fraktion zeigt.

Die Ergebnisse der grünen Anfrage haben auch innerhalb des Gesundheitswesens eine Diskussion angestoßen. Nun haben sich Frauen aus Krankenkassen, Unternehmen, Forschung, Politik und Selbstverwaltungsorganisationen im Gesundheitswesen zu Initiativen wie den „Spitzenfrauen Gesundheit“ zusammengefunden. Sie wollen der Forderung nach einer gerechten Repräsentanz von Frauen Nachdruck verleihen.

Gleichberechtigung in Führungsgremien

Dieser Druck war und ist auch nötig, und einiges hat sich getan auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Repräsentation von Frauen und Männern in den Führungsgremien des Gesundheitssystems. Frauenquoten beziehungsweise eine Mindestbeteiligung von Frauen in den Vorständen sind nun für etliche Gremien vorgesehen, beispielsweise für den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und für die Vorstände von Krankenkassen.

Grüne Forderungen

Dass im Gesundheitssystem weiterhin hauptsächlich Männer entscheiden, ist nicht nur ungerecht, sondern auch unklug. Quoten sind weder Selbstzweck noch Allheilmittel. Sie haben nicht nur eine gerechtere Repräsentanz zur Folge, sondern können auch zu besseren Entscheidungen führen, da mehr Sichtweisen einbezogen werden. „Wir hätten ja gerne eine Frau, aber wir finden keine“ – diesem Ausdruck der Beharrungskräfte wird der Wind aus den Segeln genommen, wenn Ziel und Weg verbindlich formuliert werden.

Damit im Gesundheitssystem Frauen gleichberechtigt mit Männern zum Zuge kommen, braucht es deshalb umfassendere Reformen.

In unserem Antrag fordern wir:

  • Wir wollen die Wahlen und Auswahlverfahren für Leitungs- und Aufsichtsgremien in der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens so reformieren, dass Frauen gleichberechtigt vertreten sind.
  • Wir wollen Nominierungs- und Auswahlverfahren für Führungspositionen transparenter machen.
  • Wir wollen die Selbstverwaltung zu einer aktiven Frauenförderung verpflichten.
  • Wir wollen die Bundesregierung verpflichten, regelmäßig einen Bericht über den Frauenanteil in Führungsgremien der Selbstverwaltung vorzulegen.

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