Aktionsprogramm

Bessere Prävention und Versorgung bei Allergien

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden an Allergien wie allergischem Asthma, Lebensmittel- oder Pollenallergien. Wir Grüne im Bundestag setzen uns für eine bessere Prävention und Versorgung von Betroffenen ein.
Millionen von Menschen leiden an Allergien. Wir Grüne im Bundestag wollen, dass Betroffene besser geschützt und versorgt werden. istock/agrobacter
11.11.2020
  • Allergien haben den Rang einer Volkskrankheit erreicht: Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden an Allergien wie allergischem Asthma, Lebensmittel-, Kontakt- oder Pollenallergien.
  • Millionen von Menschen sind deshalb nicht nur im Alltag eingeschränkt, sondern auch im Berufsleben. Allergien sind auch ein wirtschaftliches Problem.
  • Wir Grüne im Bundestag setzen uns für eine bessere Prävention und Versorgung von Allergikerinnen und Allergikern ein und haben dies zum Thema im Bundestag gemacht. In einer Onlinereihe (s. u.) sprechen wir zudem mit Expert*innen über verschiedene Aspekte des Themas.

Allergien haben den Rang einer „Volkskrankheit“ erreicht. Heute sind rund 30 Prozent der Bevölkerung von Allergien wie allergischem Asthma, Lebensmittel-, Kontakt- oder Pollenallergien betroffen. Damit verbunden ist ein hoher Leidensdruck für die Betroffenen und Familien.

Hoher Leidensdruck und eingeschränkte Lebensqualität

Es ist absehbar, dass die Verbreitung allergischer Erkrankungen zunehmen wird. Trotzdem werden die Einschränkungen der Lebensqualität der Betroffenen sowie die Folgen für das Gesundheitswesen und die entstehenden Kosten unterschätzt. Nicht oder unzureichend behandelte allergische Erkrankungen verursachen durch eine geringere Arbeitsleistung indirekte Kosten, die auf 55 bis 151 Milliarden Euro pro Jahr in der EU geschätzt werden.

Für die Entstehung allergischer Erkrankungen gibt es viele Faktoren, die von individueller genetischer Veranlagung bis zu Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung oder übertriebener Hygiene reichen. Bereits Babys und Kleinkinder sind von verschiedenen allergischen Erkrankungen betroffen. Die fortschreitende Klimakrise sorgt außerdem dafür, dass die Allergenbelastung wächst und neue Allergene hinzukommen.

Die Versorgung ist unzureichend

Nur 10 Prozent der Menschen, die von Allergien betroffen sind, erhalten eine angemessene Behandlung. Das kann zu einem schweren Verlauf der allergischen Erkrankung führen.

Viele Leistungen wie die freiverkäuflichen antiallergischen Medikamente (Antihistaminika) und Basistherapien bei Neurodermitis müssen von den Versicherten selbst bezahlt werden. Zudem müssen Allergikerinnen und Allergiker angemessen informiert werden, um sich selbst schützen zu können.

Beispielsweise zeigte eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg, dass die Kennzeichnungspflicht für allergene Inhaltsstoffe in Speisen von 55 Prozent der untersuchten Restaurants nicht umgesetzt wurde. Dies stellt ein erhebliches Risiko für Lebensmittelallergikerinnen und -allergiker dar.

Aktionsprogramm Allergien starten

Allergien sind kein Problem, das die Betroffenen alleine zu lösen haben. Wir brauchen eine Politik, die sich eine gute Lebensqualität von Allergikerinnen und Allergikern zum Ziel setzt und dafür die Rahmenbedingungen schafft.

Wir setzen uns für ein umfassendes Aktionsprogramm Allergien ein. Dazu haben wir einen Antrag mit folgenden Schwerpunkten in den Deutschen Bundestag eingebracht:

  • Schutz der Bevölkerung vor Allergenen verbessern – Prävention ausbauen: die Kennzeichnung von Allergenen soll verbessert und allergene Stoffe, zum Beispiel in Kinderspielzeug, sollen verboten werden.
  • Lebensqualität und Versorgung von Betroffenen verbessern: Wir wollen ein zentral organisiertes sogenanntes Disease-Management-Programm (DMP) etablieren, welches Diagnostik, Behandlungsmaßnahmen und Unterstützung der Betroffenen und Aufklärung über vermeidbare Risiken beinhaltet und so die Lebensqualität verbessert. Die Versorgung soll verbessert werden, indem etwa die Behandlungsmöglichkeiten mit der Spezifischen Immuntherapie ausgebaut werden. Außerdem fordern wir eine patientenfreundliche Aufteilung von Behandlungskosten ohne Zuzahlungen.
  • Forschung verbessern: Die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte und die Durchführung von Allergiemonitorings um die Prävention und Versorgung anzupassen sollen besser gefördert werden.