Kinderkrankengeld

Eltern kranker Kinder besser unterstützen

Eine Spritze wird in einen Oberarm gestochen
Erkrankte Kindern benötigen gute Betreuung. Wir wollen den Eltern mehr Zeit geben, sich um ihre kranken Kinder zu kümmern und fordern lebensnahe Verbesserungen bei der Lohnfortzahlung und beim Kinderkrankengeld. whitesession / pixabay
15.09.2020
  • Wir wollen lebensnahe Verbesserungen für Eltern und Kinder.
  • Eltern sollen mehr Zeit bekommen, sich um ihr krankes Kind zu kümmern.
  • Wir wollen unter anderem den Anspruch auf Lohnfortzahlung stärken und die Zahl der von der Krankenkasse bezahlten Kinderkrankentage erhöhen.

Die Regelungen für die Lohnfortzahlung und für das Kinderkrankengeld erschweren vielen Eltern eine gute Betreuung ihrer erkrankten Kinder. Manche Arbeitgeber gewähren fünf Tage Lohnfortzahlung, manche haben das in Arbeits- oder Tarifverträgen ausgeschlossen. Das von den Krankenkassen gezahlte Kinderkrankengeld ist auf zehn Tage pro Kind und Elternteil begrenzt. Doch gerade jüngere Kinder sind deutlich häufiger krank. Vor allem in den Wintermonaten reiht sich Infekt an Infekt. Auch die Corona-Epidemie ist eine Belastung für Eltern, weil manche Schulen und Kitas Kinder schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung wieder nach Hause schicken.

Mehr Zeit für die Betreuung kranker Kinder

Wir schlagen vor, die Zahl der von der Krankenkasse bezahlten Kinderkrankentage auf 15 Tage pro Elternteil und Kind zu erhöhen. Für Zeit der Epidemie sollen die Kinderkrankentage auf 20 Tage ausgeweitet werden. Zugleich wollen wir den Anspruch auf Lohnfortzahlung verbindlicher regeln, so dass er nicht mehr, wie bisher, im Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden kann. Außerdem fordern wir, dass sich die Anzahl der Kinderkrankentage stärker am Alter der Kinder orientiert. Auch Eltern von Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sollen einen erhöhten Anspruch auf Kinderkrankentage bekommen. Wir wollen zudem, dass auch gesetzlich krankenversicherte Selbständige vom ersten Tag der Erkrankung des Kindes einen Anspruch auf das Kinderkrankengeld bekommen. Viele Krankenkassen gewähren dies erst ab dem 43. Tag.

Weniger Bürokratie in der Arztpraxis

Bislang muss Arbeitgebern und Krankenkassen schon ab dem ersten Tag der Erkrankung des Kindes ein ärztliches Attest beigebracht werden. Das führt dazu, dass bei kleineren Infekten, die auch ohne ärztliche Behandlung nach wenigen Tagen wieder verschwunden sind, die Arztpraxis aufgesucht werden muss. Dies führt nicht nur zur Verstopfung der Arztpraxen, sondern nimmt den Kinderärztinnen und -ärzten auch die Zeit für notwendige Behandlungen. Deswegen schlagen wir vor, dass dem Arbeitgeber bzw. der Krankenkasse erst ab dem vierten Tag der Erkrankung des Kindes eine Krankschreibung vorgelegt werden muss.