Welt-AIDS-Tag

Positiv zusammen leben

Hände halten Aidsschleifen hoch
Positiv zusammen leben - am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. AIDS und HIV sind heute dank neuer Medikamente kein Todesurteil mehr. Doch viele der weltweit Betroffenen haben keinen Zugang dazu und werden diskriminiert. picture alliance / dpa
29.11.2019
  • Weltweit leben rund 38 Millionen Menschen mit HIV, davon rund 1,8 Millionen Kinder.
  • Viele haben weiterhin keinen adäquaten Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten und guter Gesundheitsversorgung.
  • Wir machen uns stark für Präventions- und Behandlungsprogramme für alle Altersgruppen überall auf der Welt und fordern die Bundesregierung auf, die Zusage von einer Milliarde Euro für den Globalen Fond zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) einzuhalten.

Glich die Diagnose AIDS früher einem Todesurteil, ermöglichen neue Medikamente heute das Überleben mit dieser Erkrankung. Doch von den weltweit rund 38 Millionen Menschen mit HIV haben mehr als ein Drittel keinen Zugang zu diesen lebensrettenden Mitteln. Vor allem in Entwicklungsländern gibt es keine ausreichende Gesundheitsversorgung. Wir wollen, dass alle Menschen sich vor dieser schweren Erkrankung schützen können und Zugang zu Medikamenten und guter Gesundheitsversorgung haben.

Diskriminierung abbauen, damit Hilfe ankommt

In Deutschland leben rund 90.000 Menschen mit HIV. Zwei Drittel von ihnen stehen im Arbeitsleben. Viele sehen sich allerdings Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt. Dabei kann Diskriminierung tödlich sein, wenn Menschen mit HIV aus Angst vor Stigmatisierung und Ablehnung auf medizinische Hilfe verzichten. Zurückweisung, Ausgrenzung und die Angst davor wiegen heute für viele Menschen mit HIV schwerer als die gesundheitlichen Folgen der HIV-Infektion selbst. Deswegen braucht es sachliche Informationen über HIV, um Vorurteile gegenüber Betroffenen abzubauen.

Mehr für Prävention tun

Die Zahl der Neuinfektionen steigt - besonders in Osteuropa und Zentralasien. Doch noch immer fehlen Aufklärung und Informationen, wie man sich selbst und andere vor der Erkrankung schützen kann. Außerdem gibt es nicht überall einen niedrigschwelligen Zugang beispielsweise zu Kondomen oder anderen präventiven Maßnahmen. Zudem fehlen selbst in Deutschland Angebote für saubere Spritzen, die HIV-Infektion bei suchterkrankten Menschen verhindern können.

Gute Gesundheitsversorgung für alle Altersgruppen schaffen

Weltweit sind rund 1,8 Millionen Kinder mit HIV infiziert. Viele von ihnen erhalten keine ausreichende Therapie, auch weil es keine kindgerechten Medikamente gibt. Pharmazeutische Unternehmen und Regierungen müssen mehr für die Forschung und Entwicklung erschwinglicher Medikamente für Kinder und Jugendliche tun.

Zudem steigt europaweit seit Jahren die Zahl der Infektionen bei Menschen ab 50 Jahren. Auffällig viele Menschen stecken sich bei heterosexuellen Kontakten an und die Infektionen werden zu spät erkannt. Genaue Ursachen für diesen Trend sind bisher zu wenig erforscht. Die Ärzteschaft muss für dieses Thema besonders sensibilisiert werden.

Auch die Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen müssen auf die Versorgung von infizierten Personen besser vorbereitet werden. Die unbegründete Angst vor Ansteckung sorgt für Vorbehalte und Ablehnung gegenüber den Betroffenen. Der Umgang mit HIV-infizierten Heimbewohnerinnen und –bewohnern muss einen festen Platz in der praktischen Pflegeausbildung, insbesondere in der Altenpflege, bekommen.

AIDS-Epidemie eindämmen: Mit internationaler Finanzierung

Durch Forschung und eine gute medizinische Versorgung können Menschen heute trotz HIV alt werden. Wenn die Epidemie jedoch gestoppt werden soll, sind Präventions- und Behandlungsprogramme für alle Altersgruppen essenziell – überall auf der Welt. Ein wichtiges Instrument zur internationalen Finanzierung solcher Programme ist der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Nur wenn dieser Fonds über ausreichende Mittel verfügt, kann es gelingen, die immer noch verheerende AIDS-Epidemie einzudämmen. Wir fordern die Bundesregierung daher auf, dass sie ihre Zusage in Höhe von einer Milliarde Euro als Beitrag für den Fonds einhält.