Krankenversicherung

Transparenz und Anreize für bessere Versorgung

eine Frau hält eine Krankenversicherungskarte der Kaufmännischen Krankenversicherung in der Hand
Gesundheitsminister Spahn misst Krankenkassen nur am Beitragssatz. Wir wollen, dass die Qualität der Versorgung mehr zählt. In einem Antrag schlagen wir dazu verschiedene Maßnahmen vor. picture alliance / dpa
13.12.2019
  • Wir wollen, dass sich gesetzliche Krankenkassen um eine gute Gesundheitsversorgung ihrer Versicherten bemühen.
  • Gesundheitsminister Spahn setzt nur auf den Wettbewerb um den niedrigsten Krankenkassenbeitrag, Wettbewerb um gute Qualität kommt bei ihm zu kurz.
  • Versicherte sollen schnell erkennen können, welche Krankenkassen sich für bessere Versorgungsqualität und guten Service einsetzen. Wir wollen außerdem Anreize für Kassen, die sich aktiv um gute Versorgung kümmern.

Seit Gesundheitsminister Jens Spahn im Amt ist, sind die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung massiv gestiegen. Zugleich zwingt Spahn die Kassen in einen massiven Wettbewerb um den niedrigsten Beitrag. Die Folgen dieses einseitigen Preiswettbewerbs spüren viele Versicherte, wenn die Krankenkassen beispielsweise bei Hilfsmitteln wie Rollstühlen oder Windeln oder beim Krankengeld knausern. Doch der Beitragssatz ist nicht alles. Wir wollen, dass endlich der Qualitätswettbewerb zwischen den Kassen im Vordergrund steht. In einem Antrag schlagen wir verschiedene Maßnahmen vor.

Mehr Transparenz bei der Versorgungsqualität schaffen

Bereits heute ist gesetzlich geregelt, dass Versicherte Krankenhäuser anhand ihrer Versorgungsqualität bewerten können. Das wollen wir auch bei Krankenkassen erreichen, denn auch hier ist es für viele Versicherte wichtig zu erkennen, welche Kassen sich um eine gute Versorgung und einen guten Service bemühen.

Allerdings geben die heute vorhandenen Vergleichsportale darüber kaum Auskunft. Hier geht es beispielsweise um den Beitragssatz oder besondere Satzungsleistungen. Ob hingegen eine Krankenkasse beispielsweise Anträge bei Heil- und Hilfsmitteln häufig ablehnt, ist für Versicherte nicht erkennbar. Ebenso können Versicherte nicht sehen, ob sich Krankenkassen etwa durch besondere Verträge mit Ärzten oder Krankenhäusern um eine bessere Versorgungsqualität etwa bei chronisch Kranken bemühen. Wir wollen daher mehr Transparenz schaffen. Es sollen geeignete Indikatoren entwickelt werden, die Versicherten eine bessere Vergleichbarkeit der Kassen ermöglichen. Dabei könnte auch einbezogen werden, ob sich die Gesundheit der Versicherten im Vergleich zu ähnlichen Versicherten anderer Kassen verbessert hat.

Kassen brauchen Anreize für mehr Versorgungsqualität

Wir wollen zudem, dass Kassen mehr Anreize und Möglichkeiten erhalten, sich für eine bessere Versorgung ihrer Versicherten einzusetzen. In den letzten Jahren sind die Spielräume für Kassen, die Versorgungsqualität gezielt zu verbessern, zunehmend eingeschränkt worden. Wir schlagen vor, dass Kassen beispielsweise regionale Verträge zur sektorenübergreifenden Versorgung durch Ärzte und Krankenkassen (Gesundheitsregionenverträge) abschließen können und hierfür Zuschläge erhalten.

Der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen soll zudem damit beauftragt werden, Instrumente zu entwickeln, damit Kassen die Versorgungsqualität stärker beeinflussen können oder für ihr Engagement für bestimmte Patientengruppen belohnt werden. Auch könnten Barrieren ermittelt werden, die Krankenkassen heute daran hindern, sich für eine bessere Versorgung einzusetzen. Ziel ist es, die Qualität der Versorgung wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken, statt wie Spahn nur einen Wettbewerb um die billigste Kasse zu entfachen.