Organspende

Vertrauen, Transparenz und Effektivität erhöhen

Eine Organtransportbox wird von einem Mann getragen.
Der Bundestag hat mit großer Mehrheit die Entscheidungslösung bei Organspenden beschlossen. Jetzt muss die Bundesregierung die Umsetzung der beschlossenen Reformen für mehr Organspenden vorantreiben. picture alliance / dpa
05.06.2020
  • Die Zahl der Organspenden ist seit etlichen Jahren rückläufig. Vor allem strukturelle und organisatorische Probleme in den Krankenhäusern sind dafür verantwortlich.
  • Wir wollen die Organisation der Spenden verbessern, sowie das Wissen über die Spende ausbauen - denn Organspenden können Leben retten.
  • Die zuletzt vom Bundestag beschlossenen Strukturreformen und die Entscheidungsregelung müssen nun zügig in der Praxis umgesetzt werden.

Die Zahl der Organspenden in Deutschland stagniert seit etlichen Jahren auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig warten viele Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Damit Organspenden möglichst viele Leben retten können, müssen die Menschen gut über die Bedeutung der Organspende aufgeklärt sein. Zugleich ist ein transparentes und effizient organisiertes System notwendig. Dazu müssen Entnahmekliniken, Transplantationszentren und weitere Akteurinnen und Akteure gut zusammenarbeiten.

Gute Organisation im Transplantationswesen nötig

Nach Ansicht von Expertinnen und Experten sind es vor allem strukturelle und organisatorische Gründe, die dazu führen, dass in den Kliniken in Deutschland bislang zu wenige Organspenden gemeldet werden. Daher wurden in den vergangenen Jahren auch mit den Stimmen der grünen Bundestagsfraktion umfangreiche Strukturverbesserungen beschlossen.

Dazu gehören etwa die Aufwertung der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken sowie ein Register, das mehr Erkenntnisse über die Qualität der Versorgung im Transplantationswesen liefern soll. Zudem sollen Angehörige von OrganspenderInnen betreut werden und kleinere Entnahmekrankenhäuser werden gezielter durch qualifizierte ÄrztInnen unterstützt..

Reformen zügig umsetzen

Darüber hinaus hat der Bundestag mit einer Mehrheit von Abgeordneten aus allen Fraktionen im Januar 2020 die so genannte Entscheidungsregelung beschlossen. Danach bleibt es dabei, dass Menschen nicht automatisch zu Organspendern erklärt werden können.

Das Gesetz stärkt die regelmäßige Aufklärung, etwa durch Hausärzte, und macht es Bürgerinnen und Bürgern ab 2022 möglich, ihre Entscheidung in einem Onlineregister einzutragen und bei Bedarf auch wieder selbst zu ändern, worauf Meldeämter hinweisen sollen..

Es kommt jetzt darauf an, die beschlossenen Strukturreformen und auch die Entscheidungs­regelung zügig umzusetzen. Im Nachgang der Bundestagsdebatte zu den Gesetzentwürfen Anfang 2020 stieg die Nachfrage nach Organspendeausweisen um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Organspende benötigt Vertrauen

Für Menschen auf der Spenderorgan-Warteliste ist es wichtig, dass möglichst viele BürgerInnen sich mit der Möglichkeit der Organspende auseinandersetzen. Dazu ist auch Vertrauen in das Transplantationswesen nötig.

Die grüne Bundestagsfraktion hat weitere Schritte vorgeschlagen, wie Transparenz, Kontrolle und Aufsicht über die Organspende verbessert werden können. Bislang sind hierfür private Institutionen zuständig, die der öffentlichen Kontrolle weitgehend entzogen sind.

 

Informationsangebote:

Informationsseite der BZgA

Entscheidungshilfe Organspende der AOK https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/entscheidungshilfe-organspende-10/