Kinder- und Jugendbeteiligung

Beteiligungsrechte ausbauen, Wahlalter absenken

Wahlschein, Bundestagswahl. Mann macht Kreuze auf dem Wahlschein.
Die Stimme der Jugend soll nicht nur gehört werden, sie soll auch zählen. Wir fordern deshalb, dass Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken und einen Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung aufzulegen. picture alliance/Ulrich Baumgarten
12.08.2019
  • Junge Menschen sollen sich mehr beteiligen können und bei politischen Entscheidungen mehr Gewicht bekommen.
  • Kinder und Jugendliche wissen sehr genau was sie wollen. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen bei Entscheidungen berücksichtigt werden.  
  • Wir Grüne im Bundestag fordern seit langem, das Wahlalter für Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre abzusenken und so jugendlichen Stimmen mehr politisches Gewicht zu geben.

Kinder und Jugendliche wissen sehr genau was sie wollen. Das stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von "Fridays for Future" derzeit ganz konkret unter Beweis. Engagierte junge Menschen demonstrieren für eine lebenswerte Welt von morgen und nehmen es nicht länger hin, dass ihre Zukunft durch politische Untätigkeit verspielt wird. Und sie haben ein Recht darauf, dass ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen bei Entscheidungen berücksichtigt werden. Die Stimme der Jugend soll nicht nur gehört werden, sondern auch zählen. Um Jugendliche an zentralen politischen Zukunftsentscheidungen teilhaben zu lassen, führt kein Weg an einer Absenkung des Wahlalters vorbei. Die grüne Bundestagsfraktion setzt sich seit langem dafür ein, das Wahlalter für Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre abzusenken und somit jugendlichen Stimmen auch politisches Gewicht zu geben. 

Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen mitgestalten lassen

Partizipation von Kindern und Jugendlichen findet häufig in ihrem direkten Lebensumfeld vor Ort statt, hier kristallisieren sich viele ihrer Anliegen. Durch die Beteiligung an der Gestaltung und Erneuerung des Wohnumfeldes können sie ihre Ideen einbringen und es kann eine kinder-, jugend- und familienfreundlichere Umgebung entstehen. Demokratische Entscheidungen, egal ob in Kita, Schule, Jugendeinrichtung oder Wohnviertel, in die Kinder und Jugendliche eingebunden sind, haben eine breitere Akzeptanz und werden unter Beteiligung der Betroffenen in der Regel auch qualitativ besser. Kinder und Jugendliche werden als Expertinnen und Experten in eigener Sache ernst genommen, werden in ihrer Persönlichkeit gestärkt und entwickeln sich zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern.

Wahlalter für Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre absenken

Kinder- und Jugendbeteiligung ist bislang aber noch viel zu häufig vom Wohlwollen und Engagement einzelner Akteure abhängig. Das führt zu großen Unterschieden in Form und Intensität der Beteiligung. Abhängig vom Thema beziehungsweise Gegenstand der Beteiligung müssen überall repräsentative, punktuelle oder projektorientierte Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche mit echten Mitwirkungsmöglichkeiten geschaffen werden. Diese Angebote sollen niemanden ausschließen, sondern allen jungen Menschen Teilhabe ermöglichen – unabhängig von Bildungsgrad oder sozialer Herkunft. Darum fordern wir die Bundesregierung auf, das Wahlalter für Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre abzusenken und einen Nationaler Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung aufzulegen.

Es ist von zentraler Bedeutung demokratische Werte und Rechte von klein an vermittelt zu bekommen und erlebbar zu machen: in der Kindertagesstätte, der Schule und Jugendeinrichtung, im Ausbildungsbetrieb oder an der Hochschule. Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen muss umgesetzt und bekannt gemacht werden. Mit einer Informationskampagne sollen Kinder und Jugendliche, sowie Eltern und Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulen über die Rechte und Partizipationsmöglichkeiten, sowie über Beschwerdemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen informiert werden.

Wer früh ernst genommen wird und spürt, dass man Dinge selbst verändern kann, lernt Demokratie und geht als Erwachsener sicherer durchs Leben.