Kinder- & Jugendbeteiligung

Beteiligungsrechte stärken, Demokratiebildung fördern

Die Stimme der Jugend soll nicht nur gehört werden, sie soll auch zählen. Wir fordern deshalb, dass Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken und einen Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung aufzulegen. Mika Baumeister, Unsplash
27.09.2019
  • Die "Fridays for Future"-Bewegung zeigt eindrücklich, wie sich junge Menschen einbringen und dass sie sehr genau wissen, was sie wollen.
  • Wir haben Vertrauen in ihre Urteilskraft und ihren Gestaltungswillen. Daher möchten wir, dass sie sich mehr beteiligen können und bei politischen Entscheidungen mehr Gewicht bekommen.
  • Wir Grüne im Bundestag fordern seit langem, das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken und so jugendlichen Stimmen mehr politisches Gewicht zu geben.

Wahlalter 16

Kinder und Jugendliche wissen sehr genau was sie wollen. Das stellen die "Fridays for Future"-Demos derzeit ganz konkret unter Beweis. Engagierte junge Menschen demonstrieren für eine lebenswerte Welt von morgen und nehmen es nicht länger hin, dass ihre Zukunft durch politische Untätigkeit verspielt wird. Und sie haben ein Recht darauf, dass ihre Wünsche bei Entscheidungen berücksichtigt werden. Die Stimme der Jugend soll nicht nur gehört werden, sondern auch zählen. Um Jugendliche an zentralen politischen Zukunftsentscheidungen teilhaben zu lassen, führt kein Weg an einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre vorbei.

Demokratie lernen

Es ist von zentraler Bedeutung, demokratische Werte und Rechte von klein an vermittelt zu bekommen und erlebbar zu machen. Das gilt auch und vor allem für die Schule, wo Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen und fürs Leben geprägt werden. Politische Bildung sollte als eigenes Fach und als Querschnittsaufgabe ausgebaut werden. Wir Grüne im Bundestag wollen, dass die Schulen mehr Freiräume bekommen, um Demokratie konkret erlebbar zu machen.

Auch die Demokratisierung der Institution Schule ist uns wichtig: Schülerinnen- und Schülervertretungen sollten gestärkt werden, indem sie beispielsweise eigene Ressourcen und feste Mitsprachemöglichkeiten bekommen. Ebenso bedarf es Streitschlichtungsprojekte oder selbstverantwortete Lernzeiten in Ganztagsschulen. Schulen können so zu Werkstätten der Demokratie werden.

Nicht zu vergessen auch die Lehrkräfte, die sich in ihrer Aus- und Weiterbildung mehr mit Demokratie- und Werteerziehung auseinandersetzen sollten. Wir wollen Bildungs- zu Beteiligungslandschaften updaten.

Aktionsplan für Beteiligung

Es hängt oft vom Wohlwollen einzelner Akteure ab, ob junge Menschen bei Entscheidungen mitreden dürfen. Wir wollen klare Regeln: Kinder und Jugendliche sollen altersgerecht mitentscheiden dürfen. Dies muss dann auch nachvollziehbare Konsequenzen haben.

Beteiligungsangebote sollen niemanden ausschließen, sondern allen jungen Menschen Teilhabe ermöglichen – unabhängig von Bildungsgrad oder sozialer Herkunft.

Darum fordern wir die Bundesregierung auf, einen Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung aufzulegen. Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen müssen umgesetzt und bekannt gemacht werden. Mit einer Informationskampagne sollen Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulen über die Rechte und Partizipationsmöglichkeiten, sowie über Beschwerdemöglichkeiten informiert werden.

Nur wer früh ernst genommen wird und spürt, dass man Dinge selbst verändern kann, lernt Demokratie und geht als Erwachsener sicherer durchs Leben.

Es ist an der Zeit, junge Menschen mehr zu beteiligen!