Jugendbeteiligung

Wahlalter 16 - na klar

Fridays for Future protest in munich
Das Absenken des Wahlalters auf 16 Jahre ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Junge Menschen wollen und sollen ihre Zukunft mitgestalten und auch an der Wahlurne eine Stimme haben. iStock/FooTToo
20.05.2021
  • Wir wollen das Wahlalter für Bundestagswahlen und die Wahlen zum Europaparlament auf 16 Jahre absenken.
  • Junge Menschen sollen ihre Zukunft mitgestalten, denn auch sie haben ein Recht darauf, dass Ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.
  • Jugendbeteiligung soll deshalb an allen Orten des Aufwachsens möglich sein, auch an der Wahlurne. Wer früh ernst genommen wird und spürt, dass Dinge durch eigenes Engagement verändert werden können, erlebt eigene Wirkmächtigkeit und lernt Demokratie.

Demokratie lebt von Beteiligung

Für eine Absenkung des Wahlalters gibt es gute Gründe. Demokratie lebt von der Gestaltung, der Einmischung und dem politischen Engagement aller Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehören auch die Jugendlichen, denn sie tragen mit Kreativität, Flexibilität und Mut wesentlich zum gesellschaftlichen Wandel bei. Junge Menschen sind interessiert und wollen ihre Zukunft mitgestalten. Viele Jugendliche sind hochmotiviert, engagieren sich und wollen bei politischen Entscheidungen, die ihre eigene Zukunft oft am stärksten betreffen, eingebunden werden. 

In einer immer älter werdenden Gesellschaft sollen junge Menschen ihre Zukunft mitgestalten, denn auch sie haben ein Recht darauf, dass Ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Jugendbeteiligung soll deshalb an allen Orten des Aufwachsens möglich sein, auch an der Wahlurne. Wer früh ernst genommen wird und spürt, dass Dinge durch eigenes Engagement verändert werden können, erlebt eigene Wirkmächtigkeit und lernt Demokratie.

Politische Bildung: Als Querschnittsaufgabe stärken

Gleichzeitig wollen wir politische Bildung sowohl als Unterrichtsfach als auch als Querschnittsaufgabe ausbauen und fördern. Auf diese Weise können bereits Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern und Bürgerinnen werden, selbst wenn sie aus einem Umfeld kommen, in dem auf politische Bildung nur wenig Wert gelegt wird.

Wählen mit 16 kann dazu beitragen, die Wahlbeteiligung und das Interesse an Politik nachhaltig und langfristig zu steigern – gerade, wenn die Wahlalterabsenkung mit politischer Bildung im Schulunterricht entsprechend flankiert wird. 

In Österreich, wo das Wahlalter bereits 2007 auf 16 Jahre abgesenkt wurde, zeigt sich, dass sich Jugendliche, die keine oder nur wenig politische Bildung im Elternhaus erfahren, durch den verstärkten politischen Unterricht in den Schulen, mehr gesellschaftliche Teilhabechancen eröffnen. So kann die Absenkung des Wahlalters auch dazu beitragen, die soziale Spaltung der Gesellschaft zu verringern. 

Im Übrigen gibt es in elf Bundesländern bereits die Möglichkeit mit 16 Jahren die Stimme bei Kommunalwahlen abzugeben und in vier Bundesländern dürfen junge Menschen ab 16 Jahren an Landtagswahlen teilnehmen. Die Erfahrungen hier sind durchweg positiv. Das ist ein starkes Signal auch für die Bundesebene.