CO2-Studie CO2-Einsparziele krachend verfehlt

Kohlekraftwerke Niederaußem und Frimmersdorf

Im Jahr 2016 sind die energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr vermutlich um 0,7 Prozent oder vier Millionen Tonnen Kohlendioxid angestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von arepo consult. Dabei wäre eine deutliche Verringerung der Emissionen dringend nötig, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Die Zahlen bestätigen: Programme und Maßnahmen der großen Koalition tragen den Klimaschutz nur im Titel. In der Substanz sind sie wirkungslos.

Erreichen der Klimaziele wird für Deutschland immer schwieriger

Ursächlich für steigenden Emissionen ist der Anstieg des Primär­energie­ver­brauches. Primär­energie­ver­brauch bezeichnet den Energiegehalt aller im Inland eingesetzten Energieträger wie zum Beispiel Braun- und Steinkohle, Mineralöl oder Erdgas. Mit den steigenden Emissionen wird es für Deutschland noch schwieriger seine Klimaziele zu erreichen: In jedem der Jahre bis 2020 müssen die jährlichen Emissionen nun durchschnittlich um 40 Millionen Tonnen gesenkt werden, und zwar jedes Jahr. Zum Vergleich: letztes Jahr um diese Zeit lag diese Zahl noch bei 30 Millionen Tonnen notwendiger Reduktion pro Jahr.

Erhöhter Dieselkonsum treibt den Treibhausgas-Anstieg in die Höhe

Der Treibhausgas-Anstieg stammt vor allem aus einer Zunahme des Mineralölverbrauchs. Allein 4,8 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase stammen aus einem erhöhtem Dieselkonsum im Transportbereich. Daneben spielen der zusätzliche Schalttag und das gestiegene Brutto-Inlands-Produkt eine Rolle.

Diese Zahlen sind ein Offenbarungseid für die Klimapolitik der Bundesregierung. Seit Jahren bewegt sich wenig bis gar nichts trotz der Investitionen und Förderprogramme. Deutschland hat letztes Jahr genauso viele klimaschädliche Gase wie 2009 ausgestoßen. Da die Bundesregierung keine wirksamen Maßnahmen aufgelegt hat, werden die eigenen CO2 Einsparziele für 2020 krachend verfehlt. Das drohende Wetterchaos und deswegen steigende Flüchtlingszahlen spielen bei der Bundesregierung leider nur in Sonntagsreden eine Rolle.

Schmutzige Kohlekraft muss schnell vom Netz

Jetzt müssen in den nächsten Jahren die schmutzigsten Kohlekraftwerke schleunigst vom Netz. Auch weil sie überflüssig sind aufgrund der großen Überkapazitäten. Und wir brauchen endlich einen Masterplan im Verkehrsbereich, damit wir wegkommen von der Abhängigkeit vom klimaschädlichen Erdöl. Deutlich mehr Warentransport muss auf der Schiene. Es müssen auch endlich die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich Elektro-Autos in Deutschland durchsetzen können.

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1 Kommentar
Es gilt immer noch die Physik
Manfred Korn 19.03.2017

Wenn man Massen (Kraftfahrzeuge) bewegt, dann braucht man dazu Energie, die mit der zu gewegenden Masse korrelliert ist. Selbst wenn die Motoren effektiver werden, braucht man für ein 1,6 t Masse Auto mehr als für ein 1,0 t Auto. Es leben die ach so beliebten SUVs (FAZ Artikel vom 03.03.17 von Holger Appel, "Diesel-Einfahrverbot Rußmord).

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