Autor*innenpapier

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Urban Gardening auf einem Dachgarten in Stuttgart
Unsere Gesundheit untrennbar mit dem Zustand unseres Planeten verbunden. In der Bundesregierung ist das allerdings noch nicht angekommen. Wir machen Vorschläge, wie entschlossener Klimaschutz zu besserem Gesundheitsschutz führt. picture alliance / Michael Latz
10.09.2021
  • Ob wir gesund oder krank sind, hängt nicht nur von unserer Lebensweise ab, sondern entscheidend auch vom Klima: Wir brauchen sauberes Wasser, gute Luft, erträgliche Temperaturen und gutes Essen.
  • Konzepte für die Minderung schädlicher Emissionen und den Ausbau der erneuerbaren Energien, für eine Verkehrswende, den Umbau der Landwirtschaft und für den Städtebau liegen vor.
  • In unserem Autor*innenpapier zeigen wir konkrete Maßnahmen in diesen vier Handlungsfeldern auf.

Mit der sich beschleunigenden Klimakrise steht auch unsere Gesundheit auf dem Spiel. In einem aktuellen Appell rufen die Verlage von mehr als 220 medizinischen Fachjournalen Staats- und Regierungschefs weltweit auf, entsprechend und umgehend zu handeln.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnt:

„Die Risiken des Klimawandels könnten die einer jeden Krankheit in den Schatten stellen. Die Covid-19-Pandemie wird enden, aber es gibt keinen Impfstoff gegen die Klimakrise.“

Die Klimakrise ist da

Allein 2018 sind über 20.000 Menschen in Deutschland an Hitze gestorben. Auch Stürme, Dürren, Waldbrände oder Starkregen und Überschwemmungen gehören zu den unmittelbar zu erwartenden Folgen einer ungebremsten Klimakrise. Die vielen Verletzten, Toten und traumatisierten Menschen an Ahr und Erft lassen erahnen, welch grausame Wucht die Klimaerhitzung entfalten kann.

Ebenso sind indirekte Gesundheitsrisiken der Klimakrise zu erwarten. Allergien nehmen zu, Zecken und Mücken breiten sich aus und können bisher in Deutschland unbekannte Erreger einführen, Dürreperioden setzen die Wasserversorgung und die Tier- und Pflanzenwelt unter Stress – beides ist ein Risiko für unsere Versorgung mit guten Lebensmitteln.

Zeit für eine Klimaregierung

Für viele Klimaschutzmaßnahmen gilt unmittelbar: Was der Erde guttut, ist auch gut für uns Menschen. Wir atmen sauberere Luft, je schneller wir Kohle durch Sonne und Wind und Dieselmotoren durch Elektroantriebe ersetzen. Wir können unser Essen klimafreundlich produzieren und so auch unsere Gesundheit schützen. Es ist Unfallprävention und ein Gewinn für unsere Fitness, wenn wir bessere Rad- und Fußwege bauen, Bus und Bahn stärken und weniger Autos in die Innenstädte lassen. Die Konzepte dafür sind da.

Für Deutschland heißt das: Die nächste Regierung muss eine Klimaregierung werden, mit der die Konzepte Wirklichkeit werden.

Die Weichen neu stellen

In unserem Autor*'innenpapier nennen wir konkret vier Bereiche, in denen Klimaschutz und Gesundheitsschutz besser verbunden werden können:

1. Energie- und Mobilitätswende

  • Kohleausstieg vorziehen auf 2030
  • Wege für Fahrrad und Fußgänger*innen
  • Antriebswende – raus aus dem Verbrenner

2. Bauwende - für kühle Luft in unseren Städten

  • mehr kühlendes Stadtgrün
  • Gebäudesanierung vorantreiben
  • Hitzeaktionspläne
  • Kommunen bei Maßnahmen zur Klimaanpassung unterstützen

3. Ernährung – klimafreundlich und gesund

  • Ökolandbau fördern
  • Pestizide systematisch reduzieren
  • Besser informieren

4. Wasserhaushalt – Trinkwasser und Landschaft schützen

  • mehr natürliche Wälder, Moore und Flusslandschaften
  • Trinkwasserversorgung sichern
  • Verursacher an Wasserreinhaltung beteiligen

Wie wir das genau umsetzen wollen, beschreiben wir detailliert in unserem Autor*innenpapier.