Filmförderung

Die Zukunft der Filmförderung

Am Filmset einer deutschen Fernsehsendung.
In ihrem Entschließungsantrag zur Novelle des Filmförderungsgesetzes schlägt die grünen Bundestagsfaktion Maßnahmen vor, wie die Filmförderung gerechter, diverser, barrierefreier und ökologischer aufgestellt werden kann. dpa
20.05.2021
  • Wir wollen, dass die Filmförderung gerechter, diverser und ökologischer wird.
  • Filmkultur ist ein wichtiger Raum für gesellschaftliche Debatte und Kritik.
  • Wir wollen die Fördermittel so vergeben, dass die Filmkultur sich vielfältiger entwickeln kann.  

In der Corona-Situation vermissen viele Menschen den Kinobesuch und das angeregte Gespräch danach. Streaming-Konsum auf der Couch kann dieses Erlebnis nicht ersetzen. Die deutsche Filmbranche leidet massiv unter den Folgen der Pandemie. Seit Monaten lebt sie im Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung auf Wiedereröffnung und Enttäuschung über die Verlängerung der Maßnahmen. Gleichwohl bestehen die Probleme der Branche nicht erst seit Corona, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Filmförderungsgesetz (FFG) noch aus den Zeiten vor der Digitalisierung stammt. 

Film-Fördermittel anders vergeben

Wegen der Pandemie wurde die geplante „große“ Novellierung des Filmförderungsgesetzes verschoben. Die nun von der Bundesregierung vorgelegte Kurznovelle führt mit wenigen Änderungen das Gesetz von 2017 fort. Das ist richtig, denn da es der Filmbranche wegen der Pandemie gerade schlecht geht, wäre es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um das „große Rad“ zu drehen.

Allerdings hatte die Branche schon vor der Pandemie mit Problemen zu kämpfen, die sich nun während der Pandemie umso deutlicher zeigen. Es ist jetzt wichtig, zu schauen, wie die Kinos nach der Krise dastehen und die Programmkinos zu erhalten, in einem nächsten Schritt sollten dann aber die großen Fragen angegangen werden, wie Auswertungsfenster und -ketten für Filme, die Struktur der Filmförderungsanstalt (FFA) etc. Wir Grüne im Bundestag setzen uns in unseren Entschließungsantrag insbesondere dafür ein, dass die Filmproduktion ökologischer wird. CO2-sparend produzierte Filme sollen durch zusätzliche Referenzpunkte honoriert werden. Wir fordern zudem, dass in den Entscheidungsgremien der Filmförderung mehr Kreative vertreten sind und die Filmförderung transparenter, diverser und geschlechtergerechter wird.

Faire Arbeitsbedingungen in der Filmbranche

 Zudem mahnen wir faire Arbeitsbedingungen in der Filmbranche an. Auch wollen wir, dass Film barrierefreier wird, mit mehr Hörfassungen und mehr Untertitelung. Die sogenannten Referenzpunkte, nach denen sich die Förderung bemisst, sollen fairer vergeben werden. So sollte die Schwelle auf 10.000 Zuschauer*innen abgesenkt werden, Zuschauererfolge im Ausland sollten auch zählen, und der Publikumserfolg eines Films muss ins Verhältnis zu den Produktionskosten gesetzt werden: Ein Low-Budget-Projekt kann etwa im Gegensatz zu einer teuren Produktion schon mit weit weniger Zuschauer*innen erfolgreich sein. Da die Streamingdienste von den pandemiebedingten Kinoschließungen stark profitieren, wäre außerdem ein Solidarbeitrag der Streamingdienste nach dem Vorbild der Abgabe der Filmförderungsanstalt (FFA) für Kinos und Filmbranche wünschenswert. 

Bundestagsrede Tabea Rößner MdB

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Rede

Filmförderung

20.05.2021