Kunst und Kultur

Kulturförderung transparent und gerecht gestalten

Breakdancer in Fußgängerzone
Egal ob HipHop, Ballett, Spoken Word und Lyrik, Zwölftonmusik oder Folklore - für uns handelt es sich um gleichberechtigte Formen des kulturellen Ausdrucks. Sie alle brauchen angemessene öffentliche Fördermittel, um sich entfalten zu können. Picography / Pixabay
01.06.2017
  • Die Förderung von Kunst und Kultur ist eine öffentliche Aufgabe, da ein vielfältiges kulturelles Angebot für eine offene Gesellschaft unverzichtbar ist.
  • Für mit Bundesmitteln geförderten Einrichtungen und Projekte braucht es einen öffentlich zugänglichen Kriterienkatalog, der offen legt, warum kulturelle Einrichtungen und Projekte als „national bedeutsam“ einzuordnen sind und somit durch den Bund gefördert werden können.
  • Kulturelle Infrastruktur muss in den Städten wie auf dem Land gefördert, wobei neben dem Erhalt des kulturellen Erbes auch neue Kunst- und Kulturformen berücksichtigt werden sollen.

HipHop und Ballett, Spoken Word und Lyrik, Zwölftonmusik und Folklore sind für uns gleichberechtigte Formen des kulturellen Ausdrucks. Sie alle brauchen angemessene öffentliche Fördermittel, um sich entfalten zu können. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass neben den Leuchttürmen der klassischen Hochkultur auch die vielen kleinen lokalen Projekte wie freie Theatergruppen, Independent-Bands, Jugendorchester oder soziokulturelle Zentren ausreichend Förderung erhalten. Gegenwärtig fließt überproportional viel Geld an Kultureinrichtungen in Berlin. Ein vielfältiges kulturelles Angebot in den Städten und auch auf dem Land – das ist es, wofür kämpfen.

Es braucht einen detaillierten, öffentlich zugänglichen Kriterienkatalog

Der Bund kann Einrichtungen und Projekte fördern, wenn diese „national bedeutsam“ sind. Warum bestimmte Kultureinrichtungen gefördert werden und andere nicht, bleibt allerdings oft nebulös. Wir fordern deshalb in unserem Antrag „Soziale Lage von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen verbessern, Kulturförderung gerecht gestalten“ einen detaillierten, öffentlich zugänglichen Kriterienkatalog. Dieser soll nachvollziehbar machen, warum bestimmte Einrichtungen, Projekte, Preise und Stipendien „national bedeutsam“ sind und sich so für eine Bundesförderung qualifizieren.

Nicht nur die „großen Tanker“ fördern

Das Kriterium der „nationalen Bedeutsamkeit“ kann aus unserer Sicht aber nicht die alleinige Fördervoraussetzung sein. Es sollte verstärkt darauf geachtet werden, dass die Fördergelder nicht allein bei den „großen Tankern“ in den Ballungsräumen landen, sondern auch bei den kleinen Einrichtungen auf dem Land. Förderungswürdig sind dabei für uns nur solche Projekte und Einrichtungen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen vergüten und soziale Mindeststandards einhalten. Künstlerinnen und Künstler, die in vom Bund geförderten Einrichtungen ausstellen, haben aus unserer Sicht Anrecht auf eine Ausstellungsvergütung.

Außerdem sollten Orchester und Ensembles, wenn sie Bundesgelder bekommen, zur Hälfte mit Frauen besetzt sein. Auch in Ausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die vom Bund gefördert werden, müssen Frauen gleichberechtigt vertreten sein. Es sei denn, für eine nicht gleichberechtigte Geschlechterverteilung lassen sich nachvollziehbare künstlerische und inhaltliche Gründe angeben. Hier hat der Bund eine Vorbildfunktion für Länder, Gemeinden und den privaten Sektor. Dieser Vorbildfunktion hat er auch gerecht zu werden, wenn es um die Kulturförderung geht.