Mobilfunknetz

Deutschland international Schlusslicht

Hurra, Empfang! Allerdings viel zu selten. Im europäischen Vergleich landet das deutsche Mobilfunknetz auf den hinteren Plätzen. mauritius images
27.12.2018

Nirgendwo ist beim Mobilfunk die Verfügbarkeit so schlecht und der Datentransfer so lahm wie in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Auftragsstudie der grünen Bundestagsfraktion. Das Beratungsunternehmen P3 aus Aachen hat dabei die LTE Versorgung in Deutschland und den Nachbarländern untersucht.

Zu wenig Empfang und zu lahm

Die drei besten Netzanbieter in den Niederlanden kommen auf eine durchschnittliche Verfügbarkeit/Abdeckung von 93,5 Prozent, in Polen sind es 82,5 und in Deutschland 59,5 Prozent. Albanien schafft es auf 61,7 Prozent. Und wenn LTE verfügbar ist, surfen die europäischen Nachbarn doppelt so schnell mobil, wie die deutschen Kunden. Damit landet das deutsche Mobilfunknetz bei den wesentlichen Merkmalen auf den hinteren Plätzen in Europa.

"Schuld daran sind die hohen Versteigerungserlöse der Frequenzen in Deutschland. Die vielen Milliarden fehlen den Netzbetreibern beim Ausbau.", meint der Vizefraktionschef der Grünen Bundestagsfraktion, Oliver Krischer.

Die grüne Bundestagsfraktion hat im November zu der Problematik einen umfassenden Antrag verabschiedet.

Darin fordern wir:

  • Eine verpflichtende Regelung für National Roaming, was zum einen eine Mitnutzung von Frequenzen in jenen Regionen möglich macht, in denen weitere Betreiber noch nicht ausgebaut haben, und zum anderen Ausbaukosten und Mastendichte reduzieren kann,
  • Versorgungsauflagen so auszugestalten, dass die bisherigen Versorgungslücken im ländlichen Raum besondere Berücksichtigung finden,
  • Einnahmen aus zukünftigen Versteigerungen auch in den Mobilfunkausbau in ländlichen Regionen zu investieren.