Rechte religiöser und sexueller Minderheiten

Bündnis 90/Die Grünen BTF/Stefan Kaminski

Das Panel „Rechte religiöser und sexueller Minderheiten - Mehr Gemeinsames als Trennendes?“ wurde mit Beiträgen von Henny Engels vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) und Seyran Ates, Initiatorin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, eingeleitet.

In vielen Ländern noch immer strafbar

Kai Gehring, der das Panel moderierte, bekräftigte zunächst, dass sexuelle Selbstbestimmung und Religionsfreiheit für alle gelten müsse. Homosexualität sei in über 70 Staaten strafbar. Damit lebe fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Ländern, in denen sexuelle Minderheiten kriminalisiert werden.

Seyran Ates betonte, dass insbesondere Diskriminierungen von Frauen auch innerhalb von Religionen vorkommen. Ihr ginge es darum, patriarchale Strukturen aufzubrechen. Gerade AktivistInnen in muslimisch geprägten Ländern seien dabei gefährdet.

Der „Luxus der Freiheit“ in westlichen Gesellschaften sei gleichzeitig mit einer Verantwortung zum Schutz dieser Freiheit verbunden. Dafür müsse es breite gesellschaftliche Bündnisse geben. Zudem seien weltliche und religiöse Macht klar zu trennen.

Der Bund muss aktiv werden

Henny Engels wies darauf hin, dass es trotz vieler Erfolge noch viel zu tun gebe, um Diskriminierung zu beenden. Dazu zählten eine Reform des Familienrechts mit Blick auf Regenbogenfamilien, eine diskriminierungsfreie dritte Geschlechtsoption und die Verbesserung des Diskriminierungsschutzes im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, insbesondere für Kirchen als Arbeitgeber.

Kirchliche Basisgruppen seien dafür durchaus offen. Einhellig wurde zudem von den ReferentInnen und vielen TeilnehmerInnen vom Bund ein Aktionsplan gegen Homophobie gefordert.