Zukunft des Autos

Fakten zur Umwelt- und Klimabilanz der Elektromobilität

Wir fordern eine Kaufprämie für Elektroautos.
Kanzlerin Merkel behauptet, für den Klimaschutz seien Dieselautos unverzichtbar. Das ist falsch. Am Ende ist nur eine Elektromobilität betrieben mit erneuerbaren Energien klima- und umweltverträglich. Im Bild: Ladestationen für Elektroautos. picture alliance / dpa Themendienst
24.02.2020
  • Elektromobilität ist ein wesentlicher Baustein für umweltfreundlichen Verkehr, denn E-Autos fahren abgasfrei, leise und oft auch günstiger als vergleichbare Verbrenner.
  • Doch immer wieder werden Zweifel an der Umweltfreundlichkeit der Elektromobilität laut. Fakt ist: Beim Klimaschutz liegt das E-Auto schon heute vorne und kann seinen Vorteil mit mehr Ökostrom noch vergrößern. Auch die Rohstoffbilanz fällt immer besser aus.
  • Damit E-Autos ihren Umweltvorteil voll ausspielen können, steht die Bundesregierung in der Pflicht. Wir brauchen ambitionierte Recyclingziele, müssen Unternehmen bei den Lieferketten in die Verantwortung nehmen und neuen Batterietypen mit besserer Rohstoffbilanz Vorfahrt geben.

Für unsere Mobilität wird das Auto auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Vor allem in ländlichen Räumen sind Bus und Bahn noch selten echte Mobilitätsalternativen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Autos künftig mit sauberen Antrieben unterwegs sind.

Dass der Elektromotor der richtige Antrieb für einen umwelt- und klimafreundlichen Verkehrssektor ist, wird immer wieder in Frage gestellt. Doch wenn die Fakten herangezogen werden, wird klar, dass dies völlig zu Unrecht geschieht.

Wir haben diese Fakten in einem Dokument ("Fakten, Argumente, Forderungen") zusammengestellt und im Folgenden kurz zusammengefasst.

Elektromobilität liegt beim Klimaschutz vorne

Zum Beispiel kursiert die Behauptung, Elektroautos hätten eine schlechtere Umweltbilanz als Autos mit Verbrennungsmotor. Das ist nachweislich falsch: Zwar verbraucht die Akkuproduktion viel Energie, die Klimabilanz fällt jedoch beim Betrieb des E-Autos deutlich besser aus.

Eine Untersuchung des ifeu-Instituts zeigt, dass das E-Auto deshalb in allen untersuchten Fällen über die gesamte Lebensdauer einen Klimavorteil gegenüber dem Verbrenner hat. Selbst wenn kein Ökostrom geladen wird, ist ein E-Auto nach 60.000 Kilometern Laufleistung klimafreundlicher als ein Benziner, ab 80.000 Kilometern klimafreundlicher als ein Diesel.

Der Klimavorteil des E-Autos wächst weiter, je öfter Ökostrom geladen wird. Auch durch mehr Ökostrom in der Produktion verbessert sich die Klimabilanz. Mit weiteren Fortschritten bei der Batterieentwicklung, insbesondere effizienteren Fertigungsprozessen, höherer Energiedichte und verbesserter Zellchemie, kann die Klimabilanz der Batterie in den kommenden Jahren noch verbessert werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Öko-Institut in einer Untersuchung. Ersetzt man ein mittleres Dieselfahrzeug mit einer Lebenslaufleistung von 180.000 Kilometern durch ein vergleichbares Elektroauto, so spart man über die gesamte Lebensdauer etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen ein - selbst beim deutschen Strommix mit seinem hohen Kohleanteil.

Strenge Vorgaben für den Rohstoffabbau

Oft wird behauptet, dass nicht genügend Rohstoffe für den Hochlauf der Elektromobilität zur Verfügung stehen. Eine Studie des Öko-Instituts zeigt aber, dass sie auch bei einem schnellen Wachstum der Elektromobilität ausreichend vorhanden sind.

Dass genug Rohstoffe verfügbar sind, heißt aber nicht, dass sie übermäßig abgebaut werden sollten, denn der Abbau ist immer mit teils irreversiblen Eingriffen in Ökosysteme verbunden. Hoher Wasserverbrauch kann etwa lokale Landwirtschaft gefährden. Darüber hinaus ist insbesondere im Kleinbergbau die menschenrechtliche Situation problematisch.

Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene für besseren Menschenrechtsschutz und klare Nachhaltigkeitskriterien in Lieferketten einzusetzen. Sie muss vor allem ein Gesetz zur Verankerung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten für Unternehmen auf den Weg bringen, das auch Sanktionsmöglichkeiten und zivilrechtliche Klagemöglichkeiten für Geschädigte vorsieht. Auf UN-Ebene ist Deutschland gefragt, an der Erarbeitung eines rechtsverbindlichen Abkommens über Wirtschaft und Menschenrechte mitzuwirken. Dazu fordern wir die Bundesregierung in einem Antrag auf.

Forschung und -recycling senken Rohstoffbedarf

Die Bundesregierung muss auch die Forschungsförderung stärken, damit in Batterien leichter verfügbare Materialien eingesetzt werden. Auch das Recycling von Akkus, das technisch bereits gut funktioniert, kann die Nachfrage nach neuen Rohstoffen abmildern. Die Recyclingeffizienz bei lithiumhaltigen Batterien beträgt bereits bis zu 83,4 Prozent. Aus diesen Batterien werden nahezu 100 Prozent des eingesetzten Nickels, Kobalts, Kupfers, Eisens und Aluminiums zurückgewonnen.

Voraussetzung für ein gutes Recycling ist, dass die Batterien überhaupt in den Recyclingprozess gelangen. Deshalb muss die Bundesregierung eigene Sammelziele für ausrangierte E-Auto-Batterien, separate Recyclingquoten für die einzelnen Materialien sowie Mindesteinsatzquoten für Rezyklate in neuen Produkten gesetzlich verankern.  

Verbrennungsmotoren mit katastrophaler Umweltbilanz

In der Diskussion werden die massiven Umweltprobleme des fossilen Verbrennungsmotors oft übersehen. Beispielsweise befinden sich in den Katalysatoren bedenkliche Rohstoffe, die im Elektroauto nicht mehr gebraucht werden. Auch sorgt die Förderung, Verarbeitung und Verbrennung von fossilen Kraftstoffen für massive Umweltprobleme.

Wir wollen den Verkehrssektor dekarbonisieren und insbesondere das Zeitalter des fossilen Verbrennungsmotors beenden, um die Klimaziele zu erreichen und Umweltschäden abzuwenden. Dafür fordern wir unter anderem, im Jahr 2030 nur noch abgasfreie Pkw neu zuzulassen, die Dieselsubventionen schrittweise abzuschaffen, ein Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer einzuführen und eine CO2-Komponente in der Dienstwagenbesteuerung zu verankern.