Studie zu CO2-Bilanz

Elektroautos sind deutlich besser für das Klima

Lohnt sich: Laut TU Eindhoven sind Elektroautos noch deutlich besser für das Klima als bisher angenommen. dpa
31.08.2020
  • Internationale Studien haben in den letzten Jahren immer wieder angeführt, dass die CO2-Bilanz von E-Autos problematisch sei.
  • Eine aktuelle Untersuchung hat diese Studien kritisch überprüft und kommt zu dem Ergebnis: Elektroautos haben über den Lebenszyklus eine deutlich bessere CO2-Bilanz als vergleichbare Dieselautos oder Benziner.
  • Das bestätigt: Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir die Antriebswende im Straßenverkehr schaffen und Verkehr stärker auf Bahn, Bus und Fahrrad verlagern.

Bisherige Studien waren oft nicht gerade schmeichelhaft, was die CO2-Bilanz von Elektroautos betrifft. Einge Autoren haben sogar behauptet, dass der modernere Diesel 30 Prozent weniger CO2 emittiere als E-Autos. Auch Studien vom ADAC oder dem ÖAC fielen nicht viel positiver aus und kamen auf einen ähnlichen CO2-Ausstoß bei Dieseln und Elektroautos.

Bisherige Studien mit vielen falschen Annahmen

Eine Studie der Technischen Universität Eindhoven im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion hat nun die bisherigen Studien analysiert und kritisiert insbesondere diese Fehlannahmen:

  • Neuere Forschungsarbeiten zeigen sehr deutlich, dass die bisher verwendeten Daten zum Energieverbrauch bei der Batterieherstellung falsch oder veraltet sind. Die bisherigen Annahmen können mehr als halbiert werden.
  • Die bisher angenommene Batterielaufzeit von 150.000 km ist deutlich unterschätzt und nicht mit Quellen und Forschung unterlegt. In der Praxis zeigen sich Laufzeiten der Batterie von über 500.000 km. In den eigenen Berechnungen hat die TU Eindhoven ein gemittelte Laufzeit von 250.000 km angenommen.
  • Die CO2-Bilanz des Strommixes in Europa und insbesondere inDeutschland wird nach dem gesetzlich fixierten Kohleausstieg deutlich besser - der „getankte“ Strom der Elektroautos wird dadurch immer CO2-ärmer. Bisherige Studien haben das nicht berücksichtigt, sondern für die nächsten 20 Jahre weiter mit dem schlechten CO2-Output des heutigen Strommixes gerechnet.
  • Die meisten Verbrenner-Pkw verbrauchen 40 Prozent mehr Sprit als von den Herstellern offiziell angeben. Dies muss in Berechnungen vollumfänglich einfließen, wenn man die CO2-Bilanz von Elektroautos mit denen von Verbrennern vergleicht.
  • Ebenso müssen die Voremissionen bewertet werden, was aber in der Regel nicht passiert. Alles, was bei der Förderung und dem Transport von Erdöl und im Raffinerieprozess an CO2 freigesetzt wird, blenden Vergleichsstudien bislang aus. Das muss natürlich analog auch für die fossilen Brennstoffe erfolgen, die bei der Stromproduktion eingesetzt werden.

Elektroantriebe deutlich klimafreundlicher    

Durch die Berücksichtigung dieser Faktoren kommen die Forscher aus Eindhoven zu einem deutlich anderen Ergebnis als bisherige Studien: Elektroautos haben über den Lebenszyklus eine bessere CO2- Bilanz von 50 bis zu 80 Prozent im Vergleich zu ähnlichen Pkw, die in ihren Motoren Diesel oder Benzin verbrennen.

Wir Grüne im Bundestag wollen die Antriebswende im Autoverkehr vorantrieben und den ordnungs- und steuerpolitischen Rahmen so anpassen, dass sich Elektroautos auf dem Markt durchsetzen. Etwa durch eine Reform der Kfz-Steuer und die Einführung eines Bonus-Malus-Systems für Neuwagen. Nur wenn wir neuen klimafreundlichen Technologien bessere Rahmenbedingungen verschaffen, wird der klimaschädliche Einsatz fossiler Treibstoffe auslaufen. Um Klimaschutzziele zu erreichen und die unverändert hohen CO2-Mengen des Verkehrsbereichs zu vermindern, kommt es auf effiziente Elektroautos und den Ausbau erneuerbarer Energien an.

Quelle: siehe Studie