Klimaschutz und Verkehr

Spritschlucker in die Verantwortung nehmen

Ein Geländewagen auf der Autobahn
Autos produzieren fast zwei Drittel aller klimaschädlichen Emissionen im Verkehr. Das liegt auch an schweren Spritschluckern wie SUVs und Geländewagen. Ein Umstieg auf saubere E-Autos muss endlich attraktiver werden. Christine Sponchia / Pixabay
16.08.2019
  • Immer mehr schwere Spritschlucker auf unseren Straßen verhindern, dass die Treibhausgase im Verkehrsbereich sinken.
  • Um die Klimakrise zu bekämpfen, braucht es sparsame Pkw und abgasfreie E-Autos statt klimaschädliche PS-Schlitten.
  • Dafür wollen wir die Dienstwagensteuer nach CO2-Ausstoß staffeln,
    die Kaufprämie für E-Autos von Spritschluckern gegenfinanzieren lassen
    und die Dieselsubventionen schrittweise abbauen.

Autos produzieren fast zwei Drittel aller klimaschädlichen Emissionen im Verkehr. Das liegt auch daran, dass immer mehr Spritschlucker wie SUVs und Geländewagen auf die Straßen kommen, die besonders viel CO2 ausstoßen. Autohersteller, die ihr Portfolio auf solche Klimakiller ausrichten, torpedieren den Klimaschutz. Die Bundesregierung befördert diese Entwicklung durch milliardenschwere Subventionen und andere falsche Anreize.

Wenn wir die Klimakrise bekämpfen wollen, brauchen wir mehr sparsame Pkw und abgasfreie E-Autos statt klimaschädliche PS-Monster. Damit das gelingt, setzen wir Grüne im Bundestag auf verschiedene Maßnahmen. Für uns ist klar: Wer klimaschonend unterwegs ist, muss entlastet werden und darf für klimafreundliches Verhalten nicht draufzahlen. Wer aber ein verbrauchsstarkes Modell fährt, muss für seine ökologischen Schäden auch geradestehen.

Dienstwagensteuer nach CO2-Ausstoß staffeln

Wir wollen die Dienstwagensteuer konsequent auf Klimaschutz ausrichten. Bislang müssen Nutzerinnen und Nutzer nur einen geringen Teil der Kosten eines Dienstwagens versteuern. Dieser Anteil ist selbst bei großen CO2-Schleudern auf ein Prozent des Autopreises gedeckelt. Das sorgt für immer neue klimaschädliche Autos. Statt fester Steuersätze wollen wir, dass Fahrzeuge nach ihrer konkreten Klimabelastung versteuert werden. Dann werden schwere Luxus-Limousinen stärker in die Verantwortung genommen.

Kaufprämie für E-Autos durch Spritschlucker gegenfinanzieren

Die Kaufprämie für Elektroautos wollen wir modernisieren. Derzeit wird sie von allen SteuerzahlerInnen mitfinanziert – egal, ob diese ein Auto besitzen oder nicht. Wir wollen die Prämie künftig durch eine Abgabe auf besonders klimaschädliche Autos gegenfinanzieren. Nur so gibt es echte Anreize zum Umstieg auf ein elektrisches Automodell. Für dieses Modell plädiert auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Weil die Kaufprämie dann haushaltsneutral finanziert wird, bleibt mehr Geld für andere Klimaschutzmaßnahmen übrig.

Dieselsubventionen schrittweise abbauen

Auch bei den Spritsteuern muss die Politik endlich klimapolitische Orientierung bieten. Diesel wird noch immer deutlich niedriger besteuert als Benzin, obwohl ein Liter Diesel klimaschädlicher ist als ein Liter Benzin. In den letzten zehn Jahren wurde Diesel durch den niedrigeren Steuersatz mit insgesamt 76,5 Milliarden Euro subventioniert. Für die Förderung von abgasfreien Technologien gab die Bundesregierung im selben Zeitraum nur 5,2 Milliarden Euro aus. Wer alte, schmutzige Technologien mit so viel Steuergeld fördert, muss sich nicht wundern, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zögern, auf emissionsfreie Autos umzusteigen. Abgasfreie Mobilität wird sich nur dann durchsetzen, wenn Diesel nicht länger durch einen künstlich niedrigen Preis bevorzugt wird. Wir wollen deshalb die Dieselsubventionen schrittweise abbauen und einen CO2-Preis einführen. Damit können Spritsparer entlastet werden, weil sie über die Senkung der Stromsteuer und ein jährliches Energiegeld unter dem Strich ein Plus machen können. Wer aber weiter seinen PS-Boliden fahren möchte, würde künftig stärker an seinen Umweltkosten beteiligt.