Tarifvertrag Pflege

Mehr Geld für Pflegerinnen und Pfleger

Eine Pflegerin hilft einer Person im Rollstuhl
Ein allgemeingültiger Tarifvertrag für die Pflege ist dringend nötig, um diese wichtige Arbeit aufzuwerten und die Pflegerinnen und Pfleger endlich besser zu bezahlen. dpa
04.10.2019
  • Die Pflege bedürftiger Menschen ist oft schlecht bezahlt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele Arbeitgeber nicht tarifgebunden sind.
  • Pflegerinnen und Pfleger wollen wir endlich besserstellen. Löhne und Gehälter in Pflegeberufen müssen steigen.
  • Wir Grüne im Bundestag fordern einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag Soziales. Dann werden Pflegeberufe attraktiver. Nur mit guten Löhnen wird die gesellschaftlich wichtige Pflegearbeit aufgewertet.

Die Bundesregierung plant, die Tarifbindung in der Pflege zu erhöhen, um dort für höhere Löhne zur sorgen. Wir begrüßen das Gesetzesvorhaben ausdrücklich, da wir schon lange einen flächendeckenden Tarifvertrag Soziales in der Pflege unterstützen.

Flächendeckende Tarifbindung in der Pflege

Eine möglichst flächendeckende Tarifbindung kann entscheidend sein – für die Attraktivität des Pflegeberufs, für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche und eine gute Qualität der Versorgung. Uns geht es aber auch um eine Aufwertung des Pflegeberufs, um Anerkennung und Wertschätzung, denn die Beschäftigten in der Pflege machen eine gesellschaftlich wertvolle Arbeit, die verantwortungsvoll ist, viel Empathie benötigt, körperlich schwer und häufig emotional belastend ist. Und dafür ist die Bezahlung – und später auch die Rente – zu gering. Deshalb muss die Pflege gesellschaftlich einen sichtbar höheren Stellenwert bekommen – und zwar auch mit einer angemessen Bezahlung.

Einen Tarifvertrag verbindlich auf die ganze Branche zu erstrecken, erscheint dazu als geeigneter Weg. Er sollte sich in der Sozialpartnerschaft begründen unter Berücksichtigung der Belange der kirchlichen Träger. Wichtig ist natürlich, dass die Tarifvertragsparteien die erweiterten Möglichkeiten aktiv nutzen. Für die Verweigerungshaltung mancher privater Pflegeanbieter beziehungsweise ihrer Verbände haben wir angesichts der eklatanten Unterbezahlung und des Fachkräftemangels in der Branche – Stichwort Pflegenotstand – kein Verständnis.

Grünes Konzept der doppelten Pflegegarantie

Kritisch sehen wir zudem, dass die schwarz-rote Regierung noch keine überzeugenden Antworten auf die Frage der Finanzierung hat. Wir haben mit der „doppelten Pflegegarantie“ ein Konzept vorgelegt, das diese Belastung senkt, begrenzt und stärker von den wenigen Schultern der Pflegebedürftigen auf viele Schultern der Solidargemeinschaft umverteilt.